Wolfsberger Bürger klagen über zunehmend überfüllte Altstoffsammelinseln. Bei den Stadtwerken arbeitet man bereits an Verbesserungen.

Übergehende Altpapiercontainer und Plastiktonnen, daneben einige achtlos dazu geworfene Müllsäcke und allerlei Sperrmüll, der eigentlich nicht hierhin gehört – ein Anblick auf Wolfsberger Müllinseln, der den Bürgern stinkt. Bei den Stadtwerken als zuständige Institution weiß man um den Missstand Bescheid: „Wir betreiben im Gemeindegebiet etwa 200 Müllinseln. Bei maximal zehn von ihnen gibt es immer wieder Probleme“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Dieter Rabensteiner. Und das, obwohl die Stadtwerke-Mitarbeiter die Inseln täglich anfahren und diese so gut es geht in Schuss halten.

Ursachen
Auffallend dabei ist: Fast alle dieser Problem-Inseln liegen an Zufahrtsstraßen nach Wolfsberg bzw. sind mit dem Auto sehr gut erreichbar. Dazu zählen etwa die Sammelstellen in St. Johann, in St. Stefan gegenüber dem Cafe 7 und vis a vis der Raiffeisenbank oder in Riegelsdorf beim GH Pulsinger. „Wir beobachten, dass zunehmend Bürger anderer Lavanttaler Gemeinden ihren Müll bei uns entsorgen“, erklärt Rabensteiner. Ein weiteres Problem seien Gewerbebetriebe, die ihre Abfälle an den Müllinseln entsorgen, obwohl diese nur für den privaten Gebraucht bestimmt sind.

Wenig Spielraum
Einfach mehr Container aufzustellen bzw. diese öfter auszuleeren, ist nicht ohne Weiteres möglich, denn sowohl die Anzahl der Behältnisse als auch die Frequenz der Abholung werden vom Abfallwirtschaftsverband Lavanttal vorgegeben und sind abhängig von der Bevölkerungszahl. „Unser einziger Spielraum liegt darin, Container von weniger belasteten Müllinseln abzuziehen und an die stärker frequentierten Sammelinseln zu verlegen“, so Rabensteiner. Um die Ursachen für das vorherrschende Problem genau zu erfassen, wird die Situation von Mitte August bis Ende September durch einen Studenten der Umweltsystemwissenschaften im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit analysiert. Ein Projekt, das am Ende auch Handlungsempfehlungen zur Verbesserung bieten sollte.

Kampf den Müllsündern
Personen, die – anstatt zur nächsten Müllinsel oder zum Recyclinghof zu fahren – ihre Abfälle neben den vollen Containern ablagern oder Gegenstände hinterlassen, die hier nichts zu suchen haben, wird schon jetzt nachgegangen. In Zukunft möchten die Stadtwerke weitere Möglichkeiten zur Ahndung von Mülldelikten testen.

Dieter Rabensteiner, Geschäftsführer der Wolfsberger Stadtwerke

© KRM (großes Foto), © KK