Zimmerer sind gefragte Fachleute in der Baubranche. Ein großes Plus verzeichnet der Lehrberuf bereits aufgrund seines Werkstoffs: dem vielfältigen Naturmaterial Holz.

„Von der Zaunreparatur bis zum fertigen Haus, vom Fundament bis zum Dach“, umreißt Anton Jop von Holzbau BIJO in Sertschach, St. Kanzian, die Einsatzbereiche eines Zimmerers bzw. einer Zimmerin. Zimmerleute fertigen, errichten und reparieren Bauwerkteile und ganze Bauwerke aus Holz. Vor allem handelt es sich um Dachstühle, Wandverkleidungen, Verschalungen im Betonbau, Fußböden, Holzdecken, Treppen, Fertighäuser und Carports. „Wir machen auch See-Einbauten, Stege. Es ist ein sehr abwechslungsreicher und spannender Beruf“, sagt Jop. Maßnahmen zur Wärme- und Schalldämmung sowie Holzschutzarbeiten werden ebenfalls von Zimmerleuten vorgenommen.

Faszinierender Werkstoff
Für den Zimmermeister ist der Werkstoff Holz an sich faszinierend: „Die vielen verschiedenen Holz-Arten, der Geruch, der bei jeder Art anders ist. Wenn man es richtig einsetzt, hält Holz ewig – Venedig als Beispiel für Holz im Wasser oder 200 bis 400 Jahre alte Almhütten im Trockenen. Außerdem ist es ökologisch, braucht wenig Energieaufwand und wächst vor der Haustüre. Als Dämmstoff wird Holzleichtfaser immer mehr eingesetzt“, erklärt Jop. „Als Zimmerer ist man viel auf Baustellen unterwegs, lernt die Umgebung der Heimat und viele Leute kennen“, nennt er weitere positive Aspekte des Berufs.

Die richtige Wahl
Die Abwechslung und das Arbeiten mit Holz sind auch für Lukas Tschekon ausschlaggebend in seinem Beruf. Heuer Anfang Juli hat er die dreijährige Lehre bei Holzbau BIJO abgeschlossen. „Ich bin gerne Draußen, die Baustellen sind immer unterschiedlich und man hat immer etwas andere Arbeiten“, sagt er zu seinem Alltag. Demnächst kommt für ihn das Bundesheer – wie es danach weitergehen wird: „Auf jeden Fall möchte ich in der Zimmerei bleiben.“ Thomas Orasche ist im Sommer im zweiten Lehrjahr eingestiegen, durch den Abschluss der Landwirtschaftlichen Fachschule Goldbrunnhof ist bei ihm die Lehrzeit um ein Jahr verkürzt. „Ich war im Sommer 2017 im Betrieb schnuppern und hab gewusst, das will ich“, sagt er zur Ausbildungswahl. „Arbeiten mit Holz ist sehr angenehm und man kann von A bis Z alles machen.“ Die Fachberufsschule für Zimmerei ist in Spittal, der Unterricht erfolgt im Block über den Winter.

Facharbeiter gesucht
Zimmermeister Anton Jop spricht sich für die Lehre aus: „Es gibt bereits einen Facharbeitermangel, gute Leute sind immer gefragter. Für Zimmerer gibt es viele Möglichkeiten in der Baubranche, auch z.B. bei Schalungen, im Tunnel- und Brückenbau. Man kann die Lehre mit Matura machen, anschließend die Fachhochschule, Polier- oder Meisterschule besuchen. Was man mitbringen muss? „Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen, Mathematik, Zeichnen und Schreiben sind wichtig und man muss mit Menschen arbeiten können, mit Kunden und Arbeitern. Oft ist der Beruf auch schwer, beim Heben oder Tragen.“

Am Foto: Experten für Holzbau (v.l.): Thomas Orasche hat im Sommer die Lehre bei Zimmermeister Anton Jop begonnen, Lukas Tschekon Anfang Juli die Lehrabschlussprüfung absolviert
© KRM

Verschiedene Infos zu Lehrberufen und über Möglichkeiten zu einer Lehre finden Sie auch auf www.lehre.ktn.gv.at