Die Wallfahrt von Diex nach Mariazell reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. „Messnerwirtin“ Roswitha Polessnig organisiert die Busfahrt, Josef Arman feierte heuer 20-Jahr-Jubiläum als Organisator der Fußwallfahrt.

Der Legende nach hat einst eine Gruppe Diexer Bauern, als beim Kegeln der König zerbrochen ist, die Marienstatue aus der Kirche geholt und an seine Stelle gesetzt … Die Strafe für diese Untat: Wenn sie eine gute Ernte haben wollen, müssen die Diexer nach Mariazell pilgern. „Eine Bitte, um Hagel und Unwetter von den Feldern fernzuhalten“, sagt der ehemalige Bürgermeister Anton Polessnig, der seit seiner Kindheit selbst an der jährlichen Wallfahrt teilnimmt. „Wir waren vier Buben und haben immer darum gestritten, wer mitfahren durfte“, erinnert er sich.

Tradition in dritter Generation
Vom „Messnerhaus“ wird seit drei Generationen die jährliche Bus-Wallfahrt organisiert. Roswitha Polessnig, die Frau von Michael Polessnig und Schwägerin des Altbürgermeisters, hat 2008 die Organisation von ihrem Schwiegervater übernommen. „Ich möchte die schöne Tradition aufrechterhalten“, sagt sie. Beim Messnerwirt liegt eine Mappe auf, die die Wallfahrt-Tradition dokumentiert, enthalten sind zahlreiche Gruppenfotos der Teilnehmer, das erste entstand um 1900. „Wenn wir in Mariazell ankommen, machen wir jedes Jahr ein Foto wie anno dazumal“, sagt die Organisatorin.

220 Kilometer
Im Jahr 1995, anlässlich der Feier „1.100 Jahre Diex“, wurde die Fußwallfahrt wieder ins Leben gerufen. Der Kühnsdorfer Josef Arman hat diese heuer zum 20. Mal organisiert. Am Pfingstmontag um 9 Uhr werden die Fußwallfahrer mit einer Hl. Messe verabschiedet. „Die Tagesetappen haben 22 bis 38 Kilometer“, sagt Arman. Sieben Tage sind sie unterwegs. „Heuer waren wir 15 Teilnehmer, wir sind aber auch schon mit sieben oder acht Personen gegangen – und bei jedem Wetter. Es ist einfach schön, dass man gesund ist und quer durch Österreich gehen kann.“ Am Weg werden die Pilger immer wieder von Leuten erwartet, die bereits wissen, wann sie kommen. Am dritten Tag erreicht die Gruppe den „offiziellen Rastplatz“ den Christian Lipe und Gerda Schubert vor vier Jahren mit einer eigenen Tafel eingerichtet haben.

Gemeinsam
In Mariazell ziehen die Bus- und die Fußwallfahrer gemeinsam in die Basilika ein und feiern die Hl. Messe, heuer mit dem Diexer Pfarrer Ephraim Osinakachukwu, der unter den insgesamt fast 60 Teilnehmern war. Mit dem Bus fahren alle gemeinsam zurück und besuchen zum Abschluss die Diexer Kirche. Nach 20 Jahren hat Josef Arman heuer die Organisation der Fußwallfahrt an den Griffner Christian Lipe übergeben, der dies 2020 weiterführen wird.

Am Foto oben (v.l.): Josef Arman hat 20 Jahre lang die Fußwallfahrt organisiert, Roswitha Polessnig organisiert die jährliche Buswallfahrt und ist 2018 selbst die 220 km zu Fuß gegangen, Anton Polessnig nimmt seit Jahrzehnten an der Buswallfahrt teil
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Die Diexer Fußwallfahrer 2019 bei der Verabschiedung in der Parrkirche Diex mit Organisator Josef Arman, Roswitha Polessnig und Pfarrer Ephraim Osinakachukwu
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Die Buswallfahrer 2019 nach ihrer Ankunft in Mariazell. Zur Tradition gehört auch das Erinnerungsfoto in diesem Stil mit der Tafel mit Jahreszahl
© Foto Kuss Mariazell