Von Amsel bis Zwerghase: Im Schnitt rückt die Berufsfeuerwehr Klagenfurt Jahr für Jahr 130 mal aus, um Tiere aus Notlage zu befreien.

Die Katze auf dem Baum, die sich nicht mehr herunter traut, eine Kuh, die im Stall eingebrochen ist oder ein Schwan, der sich in einer Angelschnur verheddert hat – das sind nur drei von vielen Beispielen, für die die 19 Berufsfloriani der Stadt Klagenfurt mehrmals im Monat ausrücken müssen. „Wir sind laut dem Landesfeuerwehrgesetz dazu verpflichtet, neben der Rettung von Menschen und Sachgütern auch Tieren zu helfen. Die Menschen sind, was dieses Thema betrifft, zudem sehr sensibel“, weiß Brandinspektor und Hauptinspektionsoffizier Gottfried Strieder von der Berufsfeuerwehr Klagenfurt. Doch was passiert, wenn es brennt und zeitgleich ein Tier in einer Notlage ist? „Hier wird im Einzelfall abgewogen, wo mehr Dringlichkeit besteht. Hier haben wir auch ein sehr gutes System aus Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren. Bei größeren Einsätzen können und müssen wir auf die Freiwilligen Feuerwehren zurückgreifen“, sagt Strieder. So geschehen am 25. Juli, als ein Hagelsturm in Teilen von Klagenfurt wütete und eine 30 Meter hohe Fichte auf ein Wohnhaus stürzen ließ. Hier arbeiteten die Freiwilligen und die Berufsfeuerwehr Hand in Hand.

Bambi brauchte Hilfe
Vor etwa zwei Jahren kam es direkt am Gelände der Berufsfeuerwehr zu einem tierischen Einsatz. Ein Rehbock hatte sich auf das Gelände der Berufsfeuerwehr verlaufen. So wurde die Berufsfeuerwehr für eine Nacht für den völlig erschöpften Rehbock zur Erholungsstation, ehe er am nächsten Tag wieder erholt im Sattnitzzug ausgesetzt wurde. Die Sattnitzgegend ist übrigens immer wieder „Endstation“ für Wildtiere, die im Stadtdschungel nicht den passenden Lebensraum haben. „Wespen oder Hornissen werden von uns im besten Fall schonend übersiedelt. Sie stehen ja unter Naturschutz“, sagt Strieder. Ein kleines Rehkitz, das seine Mutter verloren hatte, wurde beispielsweise im Mai gerettet. „Zwei Passanten haben uns zur Unterführung in Seenähe gerufen. Bei Einsätzen dieser Art arbeiten wir mit Jägern zusammen. Das kleine Bambi wurde entsprechend von einem Jäger versorgt und in einem nahen Waldstück wieder ausgesetzt“, sagt Strieder.

Brandgefährliche Exoten
Nicht so lustig findet der Hauptinspektor, wenn die Feuerwehrleute zu einem Brandeinsatz ausrücken müssen und dort Terrarien mit Exoten vorfinden. „Hier muss dann die Brandeinsatztaktik rasch geändert werden“, sagt Strieder. In der Regel wird Kärntens Expertin für Gifttiere, Helga Happ, angerufen und um Rat gebeten. Zu einem bedrohlichen Zwischenfall ist es aber bisher noch nicht gekommen.

Schwan wird behutsam in den Lendkanal zurückgesetzt

Eine Herausforderung für die Berufsfeuerwehr war die Rettung dieses Pferdes, das auch vor Unterkühlung geschützt werden musste

Dieses süße Katzenbaby freut sich über seinen Retter

Alle Fotos: © Berufsfeuerwehr Klagenfurt