Offizielle Verkehrsfreigabe bei der neuen Mittlerner Landesstraße 128, tierische Gärtner im Einsatz gegen Neophyten und der erste Koralmbahn-Tunnellauf im Granitztal am 29. Juni – beim Jahrhundertprojekt der ÖBB herrscht reger Betrieb!

Im Rahmen der Bauarbeiten für die Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt wurde die Mittlerner Landesstraße (L128) in den vergangenen Monaten neu trassiert. Vergangene Woche konnte im Gemeindegebiet von Eberndorf das letzte Teilstück der neuen Landesstraße von den ÖBB, dem Land Kärnten und der Gemeinde freigegeben werden.

Neue Unterführung mit Radweg
Die neue Straßenführung befindet sich im Bereich Pribelsdorf und sorgt künftig für eine Verbesserung für alle Verkehrsteilnehmer. Eine Besonderheit dabei ist die neue Unterführung unter der künftigen Eisenbahn-Hochleistungsstrecke. ÖBB-Projektleiter Klaus Berger: „Das neue Brückenbauwerk ist 22 Meter breit. Insgesamt wurden rund 400 Tonnen Baustahl und 4.000 Kubikmeter Beton verbaut. Ein eigener Radweg unter der Brücke sorgt für maximale Sicherheit.“

Positiv für Standort
„Sowohl die Straßenverkehrsteilnehmer, als auch die Anrainer profitieren von der Neuordnung der Verkehrswege“, erklärt der für den Straßenbau zuständige Landesrat Martin Gruber. „Im Rahmen der Koralmbahn haben die ÖBB und das Land Kärnten bereits bei zahlreichen Straßenbauabschnitten effizient zusammengearbeitet. Dieser Abschnitt ist ein weiteres Beispiel für die gute Kooperation und wirkt sich positiv auf den Standort aus.“

Graz-Klagenfurt in 45 Minuten
Mit der schnellsten Verbindung wird sich durch die Koralmbahn die Fahrzeit von Graz nach Klagenfurt von drei Stunden auf nur 45 Minuten verkürzen. Insgesamt umfasst die neue Hochleistungsstrecke 130 Kilometer Gesamtlänge, davon 47 Tunnelkilometer, über 100 Brücken sowie 23 moderne Bahnhöfe und Haltestellen.

Tierische Gärtner
Auf der Strecke zwischen Althofen/Drau und Klagenfurt übernehmen Schafe und Ziegen im Auftrag der ÖBB-Infrastruktur AG eine wichtige Aufgabe bei der Bekämpfung von nicht heimischen, invasiven Pflanzenarten (Neophyten), die entlang der Koralmbahn erhöhten Erhaltungsaufwand und zahlreiche Gefahren für den Bahnbetrieb mit sich bringen. Hier ist eine Gesamtfläche von etwa 40.000 m² insbesondere vom japanischen Staudenknöterich betroffen. Die natürliche Beweidung mit Schafen und Ziegen stellt dabei ein einzigartiges und besonders umweltfreundliches Versuchsprojekt dar.

Pionierarbeit
In Zusammenarbeit mit dem Maschinenring kommen derzeit für mehrere Versuchsflächen rund 30 Tiere im Rotationsbetrieb zum Einsatz. „Sollte der von unseren tierischen Gärtnern betreute Bereich abgeweidet sein, stehen noch weitere, ebenso große Flächen zur Beweidung bereit“, erklärt Thomas Schuh von der ÖBB-Infrastruktur AG. „Für die optimale Betreuung der Tiere sorgt der vom Maschinenring beauftragte Landwirt. Die Weideflächen werden täglich kontrolliert und die Tiere mit allem notwendigen Zusatzfutter und frischem Wasser versorgt.“ An alle Passanten dieser Fläche ergeht die dringliche Bitte, nicht zusätzliches Futter hineinzuwerfen.
Durch den Einsatz der Tiere entfällt die Entsorgung des problematischen Pflanzenmaterials und es entsteht dichter und vielfältiger Gras- und Kräuterbewuchs, der das erneute Eindringen von Neophyten verhindern soll. Gleichzeitig sorgt das geringe Gewicht der Tiere dafür, dass der Dammkörper unbeschädigt bleibt.

Koralmbahn-Tunnellauf im Granitztaltunnel!
Die ÖBB laden alle Laufbegeisterten ein, einen einzigartigen Blick auf – oder besser gesagt in – den Bau der Koralmbahn zu werfen: Am Samstag, 29. Juni, findet der erste Koralmbahn-Tunnellauf auf einem Teilstück des künftigen Granitztaltunnels statt – dort, wo künftig die Railjets mit bis zu 250 Km/h unterwegs sein werden! Der Lauf startet beim „Lavantpark“ in St. Paul im Lavanttal und führt durch den Tunnel ins Granitztal und wieder zurück – ohne Zeitnehmung. Insgesamt ist die Laufstrecke 5 Kilometer lang und wird im Einbahnsystem geführt. Es sind keine Fahrzeuge erlaubt (z.B. Scooter, Skates, Fahrräder). Spiel und Spaß stehen bei dem familienfreundlichen Event im Vordergrund, bei dem auch Kinder mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm auf ihre Kosten kommen.
Um 10 Uhr beginnt die Ausgabe Startnummern und Sicherheitshinweise, um 11 Uhr ist Laufstart (in mehreren Gruppen) und um 12 Uhr gibt’s eine Autogrammstunde des WAC.

Großes Foto oben (v.l.): Projektleiter Klaus Berger, Landesrat Martin Gruber, Bürgermeister Gottfried Wedenig bei der Verkehrsfreigabe
© Erich Varh/ÖBB

Beim ersten „Koralmbahn-Tunnellauf“ bekommt man Einblick in den Granitztaltunnel!
© ÖBB/Pachoinig

Die Grafik zeigt die Laufstrecke beim Tunnellauf am Samstag
© ÖBB

Schafe und Ziegen helfen umweltfreundlich bei der Bekämpfung von Neophyten entlang der Koralmbahn. Die Tiere werden von einem Maschinenring-Dienstleister, einem regionalen Bio-Landwirtschaftsbetrieb, zur Verfügung gestellt und betreut.
Bitte nicht zusätzlich füttern!
© ÖBB/Christina Olsacher (2)