Der Vokalkreis Karnia hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Neugier zu wecken und Menschen zum „Selbsttun“ zu animieren

Seit nunmehr 10 Jahren beschreitet der Vokalkreis Karnia mit seinen Veranstaltungen neue und vor allem andere Wege. Mit den Chorabenden soll für Zuhörer „Versunkenes“ sichtbar beziehungsweise hörbar gemacht werden. Die Ortsgeschichte, Fotografien, Volkskundliches und entsprechendes Liedgut umspannen solche Aufführungen. Der Verein, unter Obfrau Agatha Jost und Chorleiter Hans Hohenwarter, stellt mit den Stücken immer einen Bezug zum Veranstaltungsort her.

Inspiration
Für seine Aufführungen nutzt der Chor die Ortsgeschichte als Inspirationsquelle. Historisches Material, Fotos, ein Projektionsset lassen diese speziellen Chorabende entstehen. Dabei führen Chormitglieder durch das Programm. So zum Beispiel wird eine Fotografie vom Schloss Weildegg (1930er Jahre, Ortsrand von Würmlach) zunächst mit einer Strophe aus der Ballade aus 1480 „Es liegt ein Schloss in Österreich“ einbegleitet, um dann fortzufahren: „Nun, so protzig, von Silber und auch von rotem Gold, schaut es mit den Schlössern bei uns im Gailtal nicht aus – schon gar nicht zu diesen Zeiten…“. Hervorgehoben wird dabei auch der enorme Standesunterschied zwischen Schlossbesitzern und Bauern. Davon handelt auch die Ballade von der Klage eines Bauernknechtes, welche daraufhin ein Chormitglied vorsingt.

Fachvortrag
Ende März wurde Chorleiter Hans Hohenwarter wegen seinem umfangreichen Wissen über die Ortsgeschichte vom Bildungswerk eingeladen, anlässlich der Landestagung darüber zu berichten. Diese fand unter dem Motto “Erinnern und Gestalten” statt; dabei stand die Ortsgeschichte als Aufgabenfeld für die Bildungs- und Kulturarbeit im Vordergrund der Tagung. Zwei wichtige Impulsreferate zu Beginn waren Fundament für den weiteren Tagungsverlauf: Wilhelm Wadl, Direktor des Kärntner Landesarchivs, sprach “Vom Nutzen der Ortsgeschichte für das Leben” und Johann Hagenhofer referierte über “Oral History. Erlebte Zeitgeschichte im Land der 1000 Hügel”. Anschließend standen für die vielen TeilnehmerInnen sechs Workshops bereit. Einer davon wurde von Hans Hohenwarter, Chorleiter des Vokalkreises Karnia, mit dem Thema “Ortsgeschichte als Inspirationsquelle für Chor- und Musikabende mit Praxisbeispielen” gehalten.

 

© Vokalkreis Karnia