Seit ziemlich genau einem Jahr setzt sich der Verein Lavanttaler Carnica Biene für eine liberale Bienenhaltung fern von Rassenvorschriften ein.

Das Lavanttal ist die Honigmetropole Österreichs. Lavanttaler Honig findet man in rund 6.000 Geschäften Mitteleuropas. Der Jahresertrag der heimischen Imker liegt bei imposanten 480.000 kg pro Jahr. Seit rund elf Jahren haben die Honigproduzenten allerdings mit dem Kärntner Bienenwirtschaftsgesetz zu kämpfen, das ihnen ausschließlich die Haltung der reinrassigen Carnica Biene erlaubt. Das Problem: Der Großteil der Lavanttaler Imker setzt auf freie Bienenzucht, um optimal an die Umwelt angepasste und damit unempfindliche Bienen zu erhalten. Diese Lavanttaler Bienen entsprechen nicht den geforderten Rassekriterien.

160 Mitglieder
Um sich in der Öffentlichkeit und der Politik Gehör zu verschaffen und als Einheit aufzutreten, haben sich jene Imker, die dem Rassengedanken nichts abgewinnen können und eine liberale Bienenhaltung fordern, zum Verein „Lavanttaler Carnica Biene“ zusammengetan. Vor rund einem Jahr mit etwa 50 Mitgliedern ins Leben gerufen, zählen nun 160 der insgesamt 220 Imker im Bezirk zu den Mitgliedern. „Unser primäres Ziel ist es, unseren heimischen Honig und andere Imkerprodukte noch bekannter zu machen. Am liebsten würden wir uns nur darum kümmern. Doch das derzeitige Bienenwirtschaftsgesetz macht uns das Leben schwer“, sagt Obmann Werner Pachler. „Wir sprechen uns klar für eine natürliche Artenvielfalt aus und verabscheuen jeglichen Rassenwahn.“

Änderungen werden erwartet
Starke Mit der bisherigen Entwicklung des Vereins zeigt man sich zufrieden: „Vor der Gründung hat uns kaum jemand zugehört. Seit wir uns als Verein organisiert haben, nimmt man unsere Interessen immer stärker wahr“, so Pachler. „Von Seiten der Landespolitik wurde uns mehrmals versichert, dass sich an der aktuellen Situation etwas ändern würde, über Inhalte wissen wir aber leider noch nichts.“ Immerhin hat der Verein sein Ziel erreicht, in Öffentlichkeit und Politik anerkannt zu werden. „Diesen Weg werden wir unbeirrt weitergehen.“

Schutzgebiete für die Carnica
Bezüglich dem Kärntner Bienenwirtschaftsgesetz bezieht der Verein eine eindeutige Position: „In Gebieten, die für die Honigproduktion weniger interessant sind, spricht nichts gegen reinrassige Zucht, gerne auch mit finanzieller Unterstützung. Wo aber die Honiggewinnung ein großer Wirtschaftsfaktor ist, sollte man doch bitteschön den Imkern überlassen, mit welchen Bienen sie ihrem Handwerk nachgehen“, erklärt Pachler. Ein ähnliches Modell findet etwa in der Schweiz seine Anwendung.

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