Worauf es am Schulweg ankommt und wie Ihre Kinder sicher in die Schule kommen, haben wir mit dem Gailtaler Polizisten Bernhard Kommetter besprochen

Im letzten Jahr wurden 610 Schüler zwischen sechs und 15 Jahren auf dem Schulweg verletzt. 52 Unfälle davon passierten in Kärnten. Nächste Woche beginnt die Schulzeit wieder und Schüler sind teils zum ersten Mal alleine auf den Straßen unterwegs. Wir haben Tipps zum Üben des Schulweges und worauf zu achten ist.

Verkehrsteilnehmer
Den Vertrauensgrundsatz sollten alle Verkehrsteilnehmer kennen, dennoch kann man sich auf die Einhaltung nicht immer verlassen – denn Unachtsamkeit und Ablenkungen sind laut ÖAMTC mit 31 Prozent nach wie vor die häufigsten Unfallursachen. Der zweithäufigste Grund waren mit 26 Prozent Vorrangverletzung und Rotlichtmissachtung. Unbedingt notwendig ist die Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer.

Üben
Das nötige Werkzeug geben Sie Ihrem Kind in Form von Wissen mit. Mit frühzeitiger Verkehrserziehung – diese sollte im Kindergartenalter beginnen – lernen Kinder spielerisch das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Der ÖAMTC beispielsweise setzt auf Programme wie „Das kleine Straßen 1x1 für Kindergartenkinder“ oder später „Hallo Auto“ für Schüler der dritten und vierten Schulstufe. „Verkehrserziehung beginnt im Kindergarten und betrifft von da an jedes Lebensalter,“ so Kommetter. „Ganz wichtig ist, dass Eltern den Schulweg besonders in der ersten Zeit gemeinsam mit ihren Kindern gehen. Dabei sollten sie beachten, den sichersten und nicht den kürzesten Weg zu gehen.“

Darüber sprechen
Kommetter sieht im gemeinsamen Üben eine große Chance. „Wenn man den Schulweg gemeinsam begeht, kann man auf markante Stellen und Gefahrensituationen eingehen und diese mit dem Kind besprechen. Außerdem ist es hilfreich, dem Kind Tipps zu geben, wie beispielsweise vor dem Überqueren eines Schutzweges Augenkontakt mit Fahrzeuglenker aufzunehmen. So kann die Situation besser eingeschätzt werden,“ sagt Kommetter. Ein besonders gefährlicher Schutzweg in Hermagor ist beispielsweise vor dem Bahnhof. Dieser führt über die Bundesstraße und wird häufig übersehen, denn er liegt in der Ortseinfahrt. Diese ist die erste nach Arnoldstein. „Es passiert leider, dass Autofahrer einfach drüberfahren und nicht wirklich auf Fußgänger achten. Wenn das Kind das weiß, kann es sich besser auf die Situation einstellen und richtig reagieren.“

Risikofaktoren
Stress verursacht Fehler, das steht fest. „Die Kinder sollten das Haus unbedingt rechtzeitig verlassen und besser zu früh als zu spät dran sein. Wenn sie gestresst sind und hetzen, passieren Fehler und die Aufmerksamkeit geht verloren,“ apelliert Kommetter. Außerdem sollten Eltern auf jeden Fall auf die Kleidung achten. Besonders im Winter werden Fußgänger mit dunkler Kleidung leicht übersehen. Reflektoren an Schultasche, Kleidung und Schuhe gepaart mit heller Kleidung machen das Kind sichtbar. Und auch beim Heimweg ist Achtung geboten. Bushaltestellen sind kein Spielplatz, auch nicht nach Schulschluss.

Apteilungsinspektor Bernhard Kommetter

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