Mit der Schuleinschreibung für 2020/21 kommt das „Schuleintritts-Screening“ – vorerst freiwillig, ab 2021/22 verpflichtend.

Der Wechsel vom Kindergarten in die Schule ist ein einschneidendes Thema. Ob ein Kind für Rechnen, Schreiben, Lesen und Co. reif ist, konnten die einzelnen Volksschulen bislang individuell entscheiden. Österreichweit führte das zu starken Unterschieden. Bildungsdirektor Robert Klinglmair: „In einigen Bundesländern wurde fast ein Viertel der Schüler als noch nicht schulfähig eingestuft, woanders kam jedes Kind in die Volksschule. Kärnten lag dabei im Mittelfeld.“

Screening
Mit der nächsten Schuleinschreibung, also für das Jahr 2020/21 kommt das sogenannte „Schuleintritts-Screening“ – ein Test, den das Bildungsministerium mit wissenschaftlicher Begleitung entwickelte und mit dessen Hilfe die Schulreife eines Kindes bei der Schuleinschreibung festgestellt wird. Die Frage „Schulreif oder nicht?“ wird damit österreichweit vereinheitlicht. 2020 ist dieser Test noch freiwillig, kärntenweit haben sich rund 50 Schulen gemeldet, die dies bereits jetzt ausprobieren möchten. „Im Bezirk Wolfsberg wird es das Screening heuer in fünf Schulen geben, zum Beispiel in den Volksschulen St. Andrä und Bad St. Leohard.“ Im Jänner/Februar 2021, also für das Schuljahr 2021/22, ist der Test für alle verpflichtend.

Keine Vorbereitung nötig!
Schon jetzt hagelt es Kritik. Es wird Fragen geben wie „Der Opa ist 73 Jahre alt, wie alt ist er nächstes Jahr?“ So manches Kind fühle sich mit dem Test bzw. dem Screening überfordert, es trage nicht dazu bei, sich auf die Schule zu freuen. Die Diskussion darum bestätigt auch Klinglmair. „Die Eltern fragen etwa, wo es eine App gibt, mit der man das Kind vorbereiten kann. Aber das ist nicht der Sinn dieses Screenings, denn es ist kein Test in dem Sinne. Man erhebt nur den Status Quo des Kindes in Hinblick auf kognitive, sprachliche, körperliche sowie sozial-emotionale Reife.“ Die Eltern sollen und müssen also keinen Druck aufs Kind aufbauen.

Bildungsdirektor Robert Klinglmair

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