An den NMS Wolfsberg bzw. St. Stefan sind die bisher einzigen beiden Schulsozialarbeiterinnen des Bezirkes tätig. Der Bedarf ist groß.

Ich fühle mich in der Klasse nicht wohl, keiner mag mich. Zuhause gibt es immer Streit. Ich habe Stress in der Schule, mir wird alles zu viel. Sätze, die die beiden Schulsozialarbeiterinnen Christina Schlatte (NMS Wolfsberg) und Anna Mokoru (NMS St. Stefan) so oder so ähnlich fast täglich hören. Die Schulsozialarbeit wurde in Kärnten 2008 eingeführt, in Wolfsberg wurde sie 2010 eingeführt. „Hauptthemen sind beispielsweise Familie und Beziehung, Liebe und Sexualität, Leistungsprobleme in der Schule, Sucht und Gesundheit“, sagt Anna Mokoru, die parallel zu ihrer Tätigkeit an der NMS St. Stefan als Teamleiterin der Schulsozialarbeit im Raum Unterkärnten fungiert. Die Schulsozialarbeit hat den Vorteil, dass sie fix in der jeweiligen Schule implementiert ist. Das bedeutet: Die Sozialarbeiterinnen kennen „ihre“ Schüler und werden zu Vertrauenspersonen. „Einen großen Teil unserer Tätigkeit macht die Beziehungsarbeit aus“, erklärt Christina Schlatte. „Denn bevor man sich jemandem anvertraut, braucht man Vertrauen zu dieser Person.“

Freiwillig und vertraulich
Wendet sich ein Schüler an die Sozialarbeiterin – dies geschieht häufig ganz informell in der Pause –, wird kurzfristig ein Termin angesetzt und über das Problem gesprochen. „Wir bieten einen geschützten Ort zum Reden. Alles geschieht niederschwellig, freiwillig und absolut vertraulich“, so Mokoru. Gemeinsam wird den Problemen der „Sorgenkinder“ auf den Grund gegangen, werden Maßnahmen geplant, um die Situation zu erleichtern. Oft bleibt es beim Reden, wenn der Schüler etwa nur einen kleinen Motivationsschub braucht. In anderen Fällen ist es die Aufgabe der Sozialarbeiterinnen, passende Unterstützungsangebote außerhalb der Schule zu kontaktieren. Mit Institutionen wie dem Kinderschutzzentrum, dem Amt für Jugend und Familie, der offenen Jugendarbeit und Sozialprojekten wie „autArk“ ist man bestens vernetzt.

Prävention und Medien
Einen bedeutenden Teil der Schulsozialarbeit macht die Prävention aus, die in Absprache mit den Lehrern in Unterrichtsstunden stattfindet. Dabei geht es um Themen wie Konfliktlösung, das Finden der Klassengemeinschaft, Berufswahl und Pubertät. Die sozialen Medien spielen eine immer größer werdende Rolle in den Lebenswelten der Jugendlichen – mit teils unliebsamen Folgen. „Es kommt immer wieder vor, dass junge Menschen Nacktfotos von sich verschicken und sich danach verzweifelt an uns wenden, weil sie befürchten, dass die Bilder weiterverbreitet werden könnten“, sagt Schlatte. „In so einem Fall genügt es oft, den Empfänger auf die Strafbarkeit seiner Handlungen aufmerksam zu machen. Viele sind sich dessen gar nicht bewusst.“

Laufende Aufstockung
In ganz Kärnten sind aktuell 20 Schulsozialarbeiter an 26 Schulstandorten aktiv. Gerade erst wurde die Etablierung der Schulsozialarbeit im Bezirk Hermagor beschlossen, sodass in diesem Schuljahr keine weitere Aufstockung vorgesehen ist. Allerdings ist es das Bestreben von Sozialreferentin Beate Prettner, die Schulsozialarbeit in allen Bezirken kontinuierlich auszubauen. „Die Schulsozialarbeit hat sich zu einem unverzichtbaren Angebot entwickelt. Aufgrund der positiven Entwicklung und dem Wunsch zahlreicher Schulen befürworte ich einen längerfristigen Ausbau der Schulsozialarbeit. Wir werden das Netz laufend enger schnüren – so, wie wir es in den vergangenen gemacht haben.“

Anna Mokoru und Christina Schlatte (v. l.) kümmern sich um die Anliegen und Probleme von insgesamt 250 Schülern in den NMS Wolfsberg und St. Stefan

Soziale Medien bieten Chancen, aber auch Gefahren. Die Schulsozialarbeit hilft auch bei diesem Thema mit Prävention und Schadensbegrenzung

Schulsozialarbeit im Bezirk Wolfsberg

NMS Wolfsberg
Mo, Mi, Do, Fr von 7.30 bis 12.30 Uhr
Christina Schlatte: 0650 48 32 199

NMS St. Stefan
Mo, Do von 7.30 bis 13.30 Uhr
Anna Mokoru: 0650 63 66 280

www.schulsozialarbeit-ktn.at
office@ktn.kinderfreunde.org
Tel.: 04254/50034