Nur knapp 10 % der Menschen gehen davon aus, dass sie am Ende des Monats überhaupt noch Geld am Konto haben. Auch im Bezirk greift das Problem um sich.

Laut einer Erhebung des Vergleichsportals durchblicker.at gehen nur 9,9 % der Menschen davon aus, am Ende des Monats Geld übrig zu haben. Durchschnittlich beträgt das Minus sogar 1.700 Euro. Wir haben die Diplomierte Ehe-, Familien- und Lebensberaterin Andrea Schlacher von der Caritas Sozialberatung befragt.

Ist die Caritas Sozialberatung regelmäßig mit dem Thema Verschuldung konfrontiert?
Verschuldung ist für viele Menschen ein Problem. Die Caritas Sozialstatistik weist für 2018 in der Diözese einen Anteil von 39 % an Menschen aus, die regelmäßige Schuldenrückzahlungen leisten müssen. Im Mittel werden 10 % des monatlichen Gesamteinkommens für die Rückzahlung von Schulden verwendet.

Was sind die Hauptgründe dafür, dass arbeitende Menschen über keine bzw. zu geringe finanzielle Mittel verfügen?
Ein Aspekt ist die Einkommenshöhe bzw. die Form der Beschäftigung. So unterliegen Einkommen aus atypischen Beschäftigungsverhältnissen (Teilzeit, Befristung, Leiharbeit, etc.) in der Regel Schwankungen und erschweren eine langfristige finanzielle Planung. Im schlimmsten Fall ist man trotz Erwerbstätigkeit armutsbetroffen oder armutsgefährdet, was vor allem Erwerbstätige in Branchen mit Mindestlohn betrifft. Ein anderer Aspekt betrifft die Finanzgebarung, also wie ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln umgehe. Hier zeigt sich neben einer hohen Konsumorientierung auch das Phänomen, dass auf eine Einkommensverschlechterung zu spät reagiert wird. Härtefälle wie Unfall, Krankheit oder Scheidung können Menschen leicht aus der Bahn werfen.

Wie kann die Caritas Sozialberatung in Schuldensituationen helfen?
Ein Haushaltsplan hilft zunächst bei einer realistischen Einschätzung der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel. Ausgehend davon können geeignete Maßnahmen ergriffen werden, Fixkosten zu reduzieren. Ein Finanzplan kann dabei helfen, eine drohende Überschuldung gegebenenfalls abzuwenden. Ratenzahlungen können vereinbart werden. In massiven Fällen wird die Überleitung zur bevorrechteten Schuldnerberatung angestrebt.

Die Diplomierte Ehe-, Familien- und Lebensberaterin Andrea Schlacher von der Caritas Sozialberatung in Wolfsberg

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