Sagt WKO-Spartenobmann Mario Pulker zum bevorstehenden Rauchverbot in der Gastronomie, von dem Shisha-Bars nicht ausgenommen sind. Mediziner begrüßen Rauchverbot.

Edle Vodkas, französischer Champagner, eine ansprechende Einrichtung – man sieht auf den ersten Blick, dass der Shisha Palace in der Auergasse in Klagenfurt kein schummriger Wasserpfeifenladen ist. „Wir haben bei der Eröffnung viel Geld in die Hand genommen.Hier wird größter Wert auf Sauberkeit gelegt“, sagt Fam Yakut, der seit mehr als zwei Jahren den Shisha Palace betreibt. Das gut gehende Lokal ist jedoch aufgrund des Rauchverbots von der Schließung bedroht. Mit 1. November 2019 tritt das Rauchverbot in der Gastronomie bundesweit in Kraft. Das bedeutet das vorläufige Aus für die Shisha-Bars. „Wir bezahlen unsere Steuern, kaufen den Tabak in Österreich“, sagt der Unternehmer. Eines steht für ihn fest: Von den Getränken allein kann der Betrieb mit fünf Angestellten nicht überleben. Yakut bestätigt auch, dass die Bar ein Treffpunkt verschiedenster Kulturen ist. „Die Kärntner lieben es, Shisha zu rauchen. Unsere Altersgruppe reicht von 18 bis etwa 50 Jahren. Knapp die Hälfte kommt aus Österreich. „Wir sind nicht gegen den Nichtraucherschutz. Aber die Shisha ist unsere Haupteinnahmequelle“, so Yakut.

Klage kommt
„Hier werden Existenzen vernichtet, Unternehmer werden regelrecht in den Ruin getrieben. Manche haben 100.000 Euro oder mehr in ihr Lokal investiert. Viele haben einen unbefristeten Mietvertrag“, sagt der Obmann des Fachverbandes Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich Mario Pulker. Er geht davon aus, dass es zwischen 1.500 und 2.000 Shisha-Bars in Österreich gibt, die insgesamt 6.000 Mitarbeiter beschäftigen. Momentan kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Shisha-Bars im Zuge der Umsetzung der Einführung des Rauchverbots in der Gastronomie eine Ausnahmeregelung erhalten. „Die ÖVP hat in der letzten Nationalratssitzung einen Abwendungsantrag eingebracht. Dieser wurde aber nicht mitgetragen. Ansonsten wäre die Thematik jetzt vom Tisch“, so Pulker, der auch für die nächste Nationalratssitzung, die am 12. September 2019 stattfinden wird kein grünes Licht für die Shisha-Bars sieht. Basis der Einnahmen stammen aus Einnahmen aus den Wasserpfeifen: Zwischen 50 und 60 Prozent der Einnahmen sind es laut dem Spartenobmann. In anderen EU-Ländern gibt es eine Ausnahmeregelung für Shisha-Bars. 500 Unternehmer haben sich zusammengeschlossen und wollen in Form einer Klage gegen das Verwaltungsgericht durchsetzen, dass in Österreich ebenfalls eine Ausnahmeregelung getroffen wird. Wer gegen das Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetz verstößt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 100 Euro rechnen. Im Wiederholungsfall steigt die Strafe auf 1.000 Euro. Mehrere Strafen können eine Entziehung der Gewerbeberechtigung zur Folge haben.

Mediziner begrüßen Rauchstopp
Dr. Ulrich Radda, leitender Arzt der KGKK und Pulmologe (Anm.: Lungenfacharzt) sieht das Rauchverbot als „längst überfällig“ an. Dr. Radda entzaubert den Mythos, dass der Shisha-Rauch weniger schädlich, als die normale Zigarette, sei. „Es ist mindestens genauso schädlich, wie eine herkömmliche Zigarette. In der Shisha wird der Tabak mit Hilfe von Holzkohle verschwelt. Das Wasser filtert nur wasserlösliche Substanzen. Nikotin, Benzol und Teer gelangen sogar in tiefere Atemwege, als beim Zigarettenrauchen“, erklärt Radda. Zudem kann die Shisha Übertragungsweg für Krankheiten sein. „Das Auswechseln des Mundstücks schützt nicht vor Herpes. Durch den Schlauch können Pilzinfektionen und Keime übertragen werden“, so der Lungenfacharzt. Die zum feucht-halten des Tabaks eingesetzten Stoffe können Allergien auslösen.

Großes Foto: Shisha-Palace-Inhaber Fam Yakut: „Die Kärntner lieben das Shisha-Rauchen. Unsere Bar ist ein beliebter Treffpunkt verschiedenster Kulturen“

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WKO-Spartenobmann Mario Pulker: „6.000 Mitarbeiter wären in Österreich von der Schließung betroffen“
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Dr. Ulrich Radda: „Durch die Shisha gelangen Stoffe wie Nikotin, Benzol und Teer gelangen in tiefere Atemwege“

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