Bei Unternehmungen im alpinen Gelände ist die gute Vorbereitung besonders wichtig für die Sicherheit. Die Bergrettung appelliert: Immer jemandem möglichst genau über die Pläne informieren. Damit in einer Notfall-Situation möglichst rasch geholfen werden kann.

Es muss kein hoher Berg sein, auch im unwegsamen Gelände im Wald kann der Handyempfang schnell weg sein. „Es gibt noch sehr viele Funk-löcher“, weiß Ortsstellenleiter Gernot Koboltschnig von der Bergrettung Bad Eisenkappel. Wenn ein Unfall passiert oder man sich verirrt, kann man ohne Netz keinen Notruf absetzen – man ist darauf angewiesen, dass jemand, der über die Unternehmung Bescheid weiß, mit einer Vermisstenmeldung die Rettungskette in Gang setzt. Hier setzt der Appell der Bergrettung an: „Immer jemandem möglichst genau Bescheid geben, wohin man gehen wird. Damit Rettungsmannschaften im Fall des Falles einen Anhaltspunkt haben.“

Personensuche
Leider ein aktueller Fall: Der Tod des Schwammerlsuchers in Diex vor wenigen Wochen. Zwei Tage lang waren Suchmannschaften von Bergrettung, Feuerwehr, Hundestaffeln und Polizei unterwegs. Es gab nur den Hinweis, dass der Mann in den Bereich Diex wollte, das zuletzt verzeichnete Handysignal stammte aber aus Bleiburg. Als sein Auto in Diex gefunden wurde, hat man hier mit der Suche angesetzt. „Wir können nur im wahrscheinlichsten Bereich beginnen“, erklärt Koboltschnig. „Der Auffundort des Mannes war dann aber deutlich weiter vom Auto entfernt, außerhalb des angenommenen Suchbereiches.“

Online und offline
Bei allen Unternehmungen im alpinen Gelände ist gute Vorbereitung essentiell für die Sicherheit. Online-Kartenmaterial z.B. ist ebenfalls nur bei entsprechender Netzabdeckung verfügbar – man sollte Karten direkt am Handy abspeichern oder in Papierform mitnehmen. Sofern das Smartphone funktioniert, gibt es die Möglichkeit, die Koordinaten des eigenen Standortes abzurufen – ein Idealfall, wenn man einen Notruf absetzt, allerdings muss man sich vorab mit dieser Funktion vertraut machen.

Notruf 140
Verständigt wird die Bergrettung über die Notruf-Nummer 140. „Setzt man einen Notruf ab, ist es wichtig, dass man an dieser Stelle bleibt und dass man Anhaltspunkte sucht, die man weitergeben kann“, erklärt Koboltschnig. „Ideal ist es natürlich, wenn man ortskundig ist und z.B. sagen kann, welchen Berg man sieht.“ Die ehrenamtliche Bergrettung Bad Eisenkappel ist für den gesamten alpinen Bereich im Bezirk Völkermarkt zuständig. „Unser Hauptaufgabengebiet sind heuer Sucheinsätze. Dreimal waren wir heuer bei Bergungen am Klettersteig am Schlossberg Griffen“, so der Ortsstellenleiter. Der 2018 neu eröffnete Klettersteig hatte im ersten Jahr die Bergrettung stark gefordert: „Es gibt heuer nicht weniger Kletterer, aber deutlich weniger Selbstüberschätzung“, resümiert Koboltschnig.

Unwetter-Gefahren
Zur Planung gehören auch Wetterprognosen. Hier empfiehlt der Bergretter die Seite der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, www.zamg.at) zu verwenden. „Sie erstellen regionale Prognosen“, erklärt Koboltschnig. Seine Sicherheitshinweise: „Sehr gefährlich ist Sturm aufgrund von herabfallenden Ästen und weil sich lockere Steine leichter lösen. Bei Blitzen muss man sich von allen metallischen Gegenständen fernhalten – aus einem Klettersteig muss man sofort hinaus! Hier besteht Lebensgefahr nicht nur durch direkten Blitzeinschlag, sondern auch durch den Einschlag in das Metallseil. Am Berg sollte man sich bei Gewitter hinhocken und die Füße so eng wie möglich zusammenstellen, das verringert die sogenannte Schrittspannung. Eher Mulden als exponierte Stellen aufsuchen, sich nicht unter einzelnen Bäumen aufhalten und sich von Wasserläufen und Quellen fernhalten.“ Geht ein Gewitter vorbei, darf man sich nicht zu früh in Sicherheit wiegen: „Auch wenn der Regen aufhört, ist ein Blitzschlag immer noch möglich.“

© Bergrettung

Die Ortsstelle Bad Eisenkappel der Österreichischen Bergrettung ist im gesamten Bezirk Völkermarkt tätig. Regelmäßig werden Übungen durchgeführt – auf den Fotos: aktuelle Sommerübung der Ortsstelle auf der Češka Koča in den Steiner Alpen (Kaminski Alpe)
© Bergrettung (4)