In seiner Werkstatt in St. Stefan im Gailtal restauriert Udo Petutschnig Oldtimer aus den Baujahren 1960 bis 1990. Er erzählt, was ihm bei der Restauration wichtig ist und worauf man achten muss

Ursprünglich aus Kreuth bei Bad Bleiberg betreibt Udo Petutschnig, Karosseriebauer aus Leidenschaft, seine Werkstatt in St. Stefan seit 16 Jahren. Seine Leidenschaft für das Handwerk entdeckte er schon früh. „Kinder stehen auf coole Autos, das ist klar,“ lacht Petutschnig.

Ausbildung
In seiner Schulzeit in der HTL für Maschinenbau hatte er eine Sechs-Tage-Woche, Unterricht war von Montag bis Samstag. Nach zwei Jahren brach er diese ab und entschied sich doch für eine Lehre. In Villach bei der Firma Schützelhofer Gustav, einem Restaurationsfachbetrieb, erlernte er dann den Beruf des Karosseriebauers. Dort legte er die erforderlichen Prüfungen im Bereich Karosseriebau ab und arbeitete mit Unterbrechung insgesamt 16 Jahre. 2003 eröffnete er seine eigene Firma. Mittlerweile hat er sich auf die Restauration von Oldtimern spezialisiert und somit sein Hobby zum Beruf gemacht.

Laien restaurieren
„Grundsätzlich finde ich es ok, wenn man sein Auto selbst restaurieren will. Es gibt viele Laien, die sich wirklich dafür interessieren und sich mit der Materie auseinandersetzen. Bei diesen Menschen sind die Ergebnisse dann oft top. Wichtig ist nur, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn man nicht mehr weiterweiß. Denn bei Fehlern kann das Auto seinen Wert verlieren. Im schlimmsten Fall ist es „zu Tode repariert“,“ erklärt Petutschnig. Von einem der schlimmsten Fehler, die der Karosseriebauer schon gesehen hat, erzählt er uns: „Es wurde ein Auto komplett ausgeräumt und alles herausgeschnitten, was kaputt war. Dadurch wird das Fahrzeug aber instabil und verzieht sich. In der Folge ist das Auto „krumm“ und nur durch eine Generalsanierung zu retten.“

Das richtige Auto
Wenn Petutschnig ein Auto restaurieren soll, müssen grundlegende Fragen beantwortet werden. „Als erstes muss das richtige Objekt für den richtigen Menschen gefunden werden. Wenn man eine Wahl getroffen hat, muss eine Zeit- und Budgetplanung her. Entweder man investiert zu Beginn mehr Geld und braucht dann weniger Zeit, um das Auto fahrtauglich zu bekommen, oder umgekehrt – man muss wissen, was man will,“ so Petutschnig.

Restaurationsarten
„Im nächsten Schritt wird abgeklärt, was gemacht werden soll. Es gibt nämlich nicht nur eine Art der Restauration,“ erklärt er. Dabei spricht Petutschnig von der Vollrestauration, der Teilrestauration oder Instandsetzung. „Außerdem muss man abklären, wo die Ersatzteile herkommen. Ich fertige die Karosserieteile beispielsweise selbst an. Generell versuche ich so viel wie möglich im Originalzustand zu belassen und ersetze beispielsweise angegriffene Stellen, anstatt die Teile vollständig auszutauschen. Beim Tuning kommen für mich ebenfalls nur Teile in Frage, welche aus der Zeit des Autos stammen. Moderne Ersatzteile sind für mich keine Alternative. Das ist aber mein persönlicher Geschmack.“ Vor allem kommt es laut Petutschnig auf die Zeit an, davon sollte genug eingeplant sein, ca. zwei bis vier Jahre. „Was den Menschen im Fernsehen oft vorgegaukelt wird, ein Auto in zwei Wochen zu restaurieren, funktioniert einfach nicht. Alleine die Ablüftzeiten der Grundierung, Spachtel, und Lacke verhindern das schon,“ so Petutschnig. Alleine für den Zusammenbau und die Komplettierung benötigt man schon zwei Monate bei täglichem Arbeitseinsatz. Das war ein kleiner Einblick in diese tiefe Materie.

© Karosserie Petutschnig Udo/UNIC Garage (10)