Der Nötscher Schüler Luca fand bei einem Schulausflug eine antike Bronzefibel. Das wird wahrscheinlich nicht sein letzter Fund bleiben

Eigentlich wollte der Nötscher Luca Rupnig nach Fossilien und besonderen Steinen suchen. Dabei fand er eine antike Doppelknopf-Gewandnadel und erregte großes Aufsehen.

Zufall?
Wahrscheinlich waren schon hunderte Klassen an diesem Platz. Denn der 10-jährige Luca war mit seiner Schulklasse der VS Nötsch Naturparkpartnerschule des Dobratsch auf einem Schulausflug am Magdalensberg. Nach einer Führung sollte ein Mosaik gebastelt werden. Weil sich Luca mehr für die Umgebung interessierte, beeilte er sich besonders, um dann die übrige Zeit für die Erkundung zu nutzen.

Leidenschaft
Von seinem Lehrer Daniel Mešnik schaute sich Luca ein ganz besonderes Hobby ab. Er sammelt Steine und Mineralien und ist Feuer und Flamme dafür, wenn er Zeit hat, selbst welche zu suchen. Beim Interview zeigt ein Schrittzähler 30.976 Schritte, das sei aber noch gar nicht viel. Denn er verbringt viel Zeit mit Wandern und im Bachbett, natürlich dort, wo man die besten Steine finden kann. Laut seiner Mutter wünscht sich Luca ausschließlich Dinge, die mit Steinen oder alten Dingen zu tun haben. Erst kürzlich, zu seinem Geburtstag, wünschte er sich ein Buch über Steine, bei Ausflügen sind Mineralien und Edelsteine klassische Mitbringsel von Luca. In seinem Zimmer hat er einen großen Schrank, mit mehreren Laden, in denen er die Steine fein säuberlich aufbewahrt, sortiert, zuordnet und beschriftet. Stolz zeigt er seinen Lieblingsstein. „Der Bergkristall ist der schönste von allen, er glänzt und leuchtet. Beim Fotografieren muss man darauf aufpassen, dass er nicht zu sehr reflektiert, sonst sieht man ihn nicht,“ weiß Luca ganz genau. Zurzeit ist er aber eher auf der Suche nach Eisenoxiden.

Die Fibel
Sein jüngster Fund verschaffte ihm nun viel Aufmerksamkeit, um die es dem 10-jährigen aber gar nicht ging. „Ich finde es schon cool mich in den ganzen Berichten zu sehen, aber deswegen mach ich das nicht. Ich will nur besondere Steine und alte Dinge finden. Das ist einfach interessant.“ So fand er auch die Fibel. Als er während der Suche nach einer Quarzader einen interessanten Stein aufhob, versteckte sie sich darunter. Sofort informierte er seinen Lehrer Daniel Mešnik über den Fund, dessen Begeisterung war groß. „Ich wusste sofort, dass es ein besonderer Fund war, denn genau solche Fibeln haben wir zuvor im Museum betrachtet,“ so Luca. „Die Fibel wurde aus Bronze gegossen und gehört zu den Doppelknopffibeln des Typs Almgren 236c“, erklären Univ.-Doz. Heimo Dolenz, Leiter der Abteilung für Provinzialrömische Archäologie und Feldforschung am Landesmuseum Kärnten und Desiree Ebner-Baur, den Fund. Das vorliegende Stück datiert ins 1. Drittel des 1. Jh. n. Chr. In der Stadt auf dem Magdalensberg wurden bis heute knapp 40 Stück dieses Typs gefunden. Aufgrund gefundener Gussformen und Halbfabrikate wissen die Experten, dass dieser Fibeltyp im Werkstättenviertel in der Stadt auf dem Magdalensberg produziert wurde. Das Landesmuseum Kärnten bedankt sich bei dem jungen Finder und wünscht dem angehenden Geologen alles Gute. Der sich nun zwischen der Geologie und der Archeologie entscheiden muss, wobei: „Vielleicht mach ich auch einfach beides,“ lacht Luca abschließend.

 

Diese bronzene Doppelknopffibel fand Luca statt einer Quarzader

Hier zeigt Luca seine Lieblingssteine einen Bergkristall (l.) und einen Rauchquarz

©Daniel Mešnik (Fibel), ©KRM (2)