Unfreiwillig war eine Abordnung von 100 Kärntner Sängern und Musikern gestern nur wenige Meter vom Epizentrum der Regierungskrise aktiv. Sie sangen im Stephansdom!

Rund 14 Minuten Fußweg liegen zwischen dem Stephansdom und den Ballhausplatz. Dort warteten am Samstagabend Tausende Menschen auf die Worte von Kanzler Sebastian Kurz, der ab 19.45 das Ende der aktuellen Regierung verkündete. In musikalischer Mission aktiv, war derweil eine Abordnung von rund 100 Kärntner Musiker und Sängern. Um 18 Uhr begann im Stephansdom mit der „Missa Carantana“eine vom Wahl-Villacher Hannes Benedikt geschriebene Messe. Dargeboten von der Trachtenkapelle Großkirchheim, dem MGV Großkirchheim, dem Männerdoppelsextett Klagenfurt, der Sängerrunde Heiligenblut, dem Männerchor der Kärntner in Wien und dem Finanzchor Villach. Im Stephansdom wurde diese Messe, die auch schon im Rahmen des Villacher Kirchtags aufgeführt wurde, zum insgesamt vierten Mal dargeboten. Sie wurde so zu einer Art Abgesang auf die scheidende Regierung. „Von der politischen Stimmung am Ballhausplatz bekam man vor und im Stephansdom aber nichts mit.So konnten die Zuhörer in den vollen Kirchenbänken ungestört die klangvolle Messe genießen“, so Finanzchor-Villach-Obmann Matthias Nadrag. In jedem Fall ein denkwürdiger Abend: in zweierlei Hinsicht.

Foto: Janko Munda