Der St. Andräer Polizist Claus Millner erhielt das Kärntner Ehrenkreuz für Lebensrettung. Im LAVANTTALER erzählt er die Geschichte dahinter.

Seit 14 Jahren ist Claus Millner an der Polizeiinspektion St. Andrä tätig. Im September des Vorjahres besuchte er gemeinsam mit Kollegen eine Schulung im Rathaus Wolfsberg. „Als wir fertig waren, kam plötzlich ein Gemeindebediensteter ins Rathaus gelaufen und rief uns zu, dass draußen jemand am Boden liegen würde“, erinnert sich Millner. Gemeinsam mit seinem Kollegen Hannes Riedl von der Polizeinspektion Bad St. Leonhard eilte Millner nach draußen. Mitten auf der Nepomukbrücke lag ein 80-jähriger Mann aus dem Bezirk Villach und atmete nicht mehr.

Reanimation
„Es waren ein paar Passanten bei ihm, die mit einer Reanimation begonnen hatten, aber aufgrund auftretender Schnappatmung aufgehört haben“, sagt Millner, der aufgrund seiner Spezialausbildung als Einsatzsanitäter jedoch genau wusste, was zu tun war. „Ich nahm die Reanimation sofort wieder auf und wurde von einer anwesenden Angehörigen des Mannes unterstützt. Währenddessen regelte Hannes Riedl den Verkehr auf der Brücke“, erzählt der Polizist. Erschwerend kam hinzu, dass der alarmierte Notarzt aufgrund von Bauarbeiten nicht auf direktem Wege über den Hohen Platz zufahren konnte. Dennoch war die Rettung ausgesprochen schnell vor Ort. Millner: „Gefühlt waren das vielleicht sieben Minuten.“ Die zufällige Anwesenheit des Einsatzsanitäters, die rechtzeitig in Aktion gerufene Rettungskette und die Schnelligkeit der Rettungskräfte retteten wohl das Leben des Mannes. Mit dem ersten Schock des eiligst angeschlossenen Defibrillators begann der Patient wieder selbstständig zu atmen und wurde sofort ins LKH Wolfsberg eingeliefert. „Ich habe später gehört, dass er bereits nach zwei Tagen im Krankenhaus wieder auf den Beinen war“, freut sich der Lebensretter.

Geiselnahme Karlau
Brenzlige Situationen sind für Claus Millner nichts Ungewöhnliches und schon einmal wurde er für besondere Leistungen ausgezeichnet. Als Mitglied des Einsatzkommandos Cobra befreit er mit seinem Team 1997 drei Frauen aus den Fängen dreier brutaler Schwerverbrecher in der Haftanstalt Graz-Karlau, die ihre Geiseln mithilfe von selbst gebauten Flaschenbomben in Schach hielten. Ein Fall, der in die Geschichte einging und aktuell sogar verfilmt wird.

© LPD Kärnten/fritz