Immer wieder kommt es vor, dass sich Tiere auf die Fahrbahn verirren, wie kürzlich auf der B111 zwischen Nötsch und St. Paul. Doch was ist dann zu tun?

Am 10. September, Dienstagabends, hatte GAILTALER-Redakteurin Melanie Uran eine kuriose Begegnung mit einem Husky. Während ihrer Heimfahrt bemerkte sie, dass am dreispurigen Teilstück der B111, von St. Paul kommend, ein Husky mitten auf der Fahrbahn herumirrte. Das Verkehrschaos war groß, Autofahrer überholten, weil sie den Grund für den kurzzeitigen Stau nicht erahnen konnten, kurzfristige Spurenwechsel anderer Teilnehmer machten die Situation nur noch brenzliger. Doch was macht man in solch einer Situation? Versucht man das Tier von der Straße zu bringen, bleibt man stehen oder fährt man einfach weiter? Wir haben beim Polizeiposten in Hermagor nachgefragt.

Aramea
„Als ich an die Stelle kam, wo der Hund unterwegs war, konnte ich das Chaos schon von weitem sehen. Die Autofahrer wechselten einfach die Spur, überholten mit hoher Geschwindigkeit und stiegen dann kräftig in die Eisen, um doch noch rechtzeitig stehen zu bleiben. Andere hielten an, ließen das Fenster runter, sprachen den Hund an und fuhren dann weiter. Und dann gab es noch die Fotoknipser, natürlich wurden die Fotos vom Fahrer während der Fahrt aufgenommen,“ erinnert sich Melanie Uran. Doch sie selbst wusste auch nicht genau, was zu tun war. „Ich hielt am rechten Fahrbahnrand an und alarmierte die Polizei. Währenddessen setzte sich der Hund schutzsuchend rechts neben mein Auto, wo er dann auch schließlich blieb, als er sich beruhigt hatte.“ Einige wenige Autofahrer blieben stehen und fragten, ob Hilfe benötigt werde – einige wenige. Diese Situation fand ein gutes Ende, der Besitzer wurde gefunden und die Husky-Dame Aramea gesund nach Hause gebracht.

Tiere auf der Fahrbahn
Es ist bestimmt keine alltägliche Situation, dass plötzlich ein Tier vor dem Auto steht. Obwohl man bei den Mengen an Wild und Wildwechsel-Passagen darauf eingestellt sein sollte. Hunde sind da schon eher eine Seltenheit. Grundsätzlich ist laut Polizei der Besitzer in der Pflicht, sein Tier so zu verwahren, dass es den Straßenverkehr nicht gefährden kann. Doch so etwas kann passieren, wie im Fall von Aramea. Sie ist während eines Spazierganges ausgebüchst und landete auf der Bundesstraße. Das erschreckt den Hund und niemand weiß, ob er eventuell schon angefahren wurde. Deshalb rät die Polizei dazu, nicht zu dem Tier zu gehen. Wenn man helfen möchte, kann man anhalten, die Warnblinkanlage anstellen und den Gefahrenbereich so gut wie möglich absichern. An gefährlichen Stellen nur so weit absichern, dass man sich selbst nicht in Gefahr bringt. Bei Dunkelheit oder in der Dämmerung ist besondere Vorsicht gefragt. Außerdem könnte man im Auto bleiben und den Gegenverkehr mit der Lichthupe warnen. Auf jeden Fall soll der Notruf alarmiert werden. Denn dafür ist die Polizei zuständig, diese leitet dann weitere Schritte ein. Wenn ein Tier angefahren wird, gilt das Gleiche – anhalten, Gefahrenstelle absichern und den Notruf alarmieren.

Die Geschichte um Aramea nahm ein gutes Ende und die St. Pauler Hündin konnte nach Hause gebracht werden

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