Die Wahl-Dellacherin Judit Odor malte trotz künstlerisch talentierter Familie nie. Letztes Jahr probierte sie es doch aus und entdeckte ihre Vielseitigkeit und das unfassbare Talent

Geboren wurde sie in einem kleinen Dorf mitten in Ungarn. In einer liebevollen Familie aufgewachsen, hatte sie immer gute Noten in der Schule, zeichnete sich aber dennoch durch ihre rebellische Art aus. Bildende Kunst und Malerei spielten in ihrer Familie eine große Rolle, egal ob Onkel, Großvater oder dessen Bruder, sie alle waren Künstler wie beispielsweise Grafiker, Karikaturist, Maler oder Zeichner.

Auswandern
Judit konnte sich nicht für die Kunst begeistern und schlug einen anderen Weg ein. In Ungarn arbeitete sie als Verkaufsleiterin und Assistentin bei einer großen Bank. Dort hat sie gekündigt, denn sie und ihr Mann hatten einen großen Traum. Sie wollten nach Österreich, nicht nur um zu arbeiten, sondern um sich hier eine Zukunft aufzubauen. Sie wollten hier Leben und ein Teil der Gemeinschaft im Tal werden. Also zogen sie nach Dellach. Hier angekommen arbeitete Judit als Reinigungskraft, ihr Mann war Abwäscher in einem Hotel, doch für den Traum lohnte sich das. „Wir haben uns immer bemüht vorwärts zu kommen. Zusätzlich zu meiner Arbeit als Kosmetikerin, Masseurin und Rezeptionistin während der Saison, arbeitete ich dann noch als Kassiererin,“ erzählt Judit.

Auf Umwegen
Im letzten Jahr kündigte sie einen der beiden Jobs und hatte von nun an mehr Freizeit. Diese Zeit wollte sie nutzen, um für sich etwas gutes und zugleich produktives zu tun. Zeitgleich fand sie im Geschäft Acrylfarben und wollte wissen, ob sie denn dasselbe Talent hatte, wie ihre Familienmitglieder. Mit dem ersten Pinselstrich verliebte sie sich in die Malerei, die Welt der Kunst. Tatsächlich hat sie heute, nach rund einem Jahr, bereits 100 Bilder gemalt und ihr Talent ist kaum zu übersehen. Begeistert von ihrem neuen Hobby, kam es auch zu einer möglichen Ausstellung im „Zuckereck“ in Kötschach-Mauthen, welche aktuell umgesetzt wird. Inspiriert von den Bergen und der schönen Natur Österreichs, setzt sie bei ihren Bildern häufig auf Blumen und lässt sich von der Natur beeinflussen. Wer sich von der Kreativität der Künstlerin überzeugen möchte, hat noch bis zum 15. Oktober die Möglichkeit, dies im Zuckereck Kulurcafé in Kötschach-Mauthen zu tun.

Vor einem Jahr entdeckte sie ein tief verborgenes Talent, denn für die Malerei konnte sie sich lange nicht begeistern

Judit Odors Bilder sind verspielt und elegant zugleich

© Zuckereck Kulturcafé/Odor (3)