Ein Thema, das in den Köpfen der Menschen oftmals ein wenig im Hintergrund ist, ist jenes der Kindertrauer.

Denn eines ist klar, Kinder trauern anders als Erwachsene und bedürfen spezieller Unterstützung.

Die Trauer

Kinder können erst ab einem bestimmten Alter, nämlich ab circa acht Jahren, die Unausweichlichkeit und Endgültigkeit des Todes erfassen. Davor bedeutet für Kinder tot sein Abwesenheit auf Zeit. „Eine blumige Sprache wie Papa ist verreist als Synonym für Papa ist tot sollte man vermeiden, Kinder wissen, jemand der verreist, kommt wieder zurück,“ erklärt Trauerexpertin Manuela Brandstätter. Da Kinder unter acht Jahren die Dimension des Todes nicht erfassen können, ist eine verzögerte Trauerreaktion, wenn das Kind nach Wochen oder Monaten merkt, der Papa kommt doch nicht wieder, zu erwarten. „Dreijährige können ihre Trauer noch nicht in Worte fassen, sie zeigen aber Trauerreaktionen wie z.B. Appetitlosigkeit, keine Lust auf Spielen, Aggressivität oder Schlafstörungen,“ weiß Brandstätter.

Fragen

Kinder unter acht Jahren wollen manchmal mehr über Tod und Sterben wissen und stellen daher viele Fragen wie zum Beispiel: Wie sieht ein Toter aus? Wie ist das, wenn man stirbt? Diese Neugier kann Erwachsene oft an ihre Grenzen bringen, vor allem deswegen, weil man selbst noch nie über diese Fragen nachgedacht hat. Hier ist es besonders wichtig, sich zuerst zu fragen, wie das Kind darüber denkt, und nur das zu beantworten, was das Kind wissen will. „Man kann als Erwachsener auch durchaus zugeben, dass man selber keine Antwort auf eine Frage hat,“ beruhigt die Trauerexpertin.

Unterschiede

Die Unterschiede in der Trauer zwischen Erwachsenen und Kind liegen in der Sprunghaftigkeit und Gleichrangigkeit. Kinder trauern sprunghaft, dass bedeutet, zuerst spielen sie normal, fünf Minuten später fällt ihnen der Tod der Oma ein und sie weinen heftig, um weitere fünf Minuten später nach einem Fruchtzwerg zu verlangen und wie wenn nichts gewesen wäre weiterzumachen. „Das ist ein Schutzmechanismus, eine durchgehende Trauerphase wäre für das Kind eine zu große Belastung,“ erklärt die Expertin. Gleichrangig bedeutet wiederum, dass für Kinder alles, was sie liebgewonnen haben, gleich viel wert ist, egal ob Hund (Tier), Auto (Spielzeug) oder Menschen.

Unterstützung

Kinder müssen in der Trauerphase unterstützt werden, das sollte spielerisch und kreativ erfolgen. Kinder brauchen Möglichkeiten, um ihre Eindrücke ausdrücken zu können. Malen, Basteln, Trommeln, Musizieren, Körperarbeit, Spiele etc. können eine Alternative sein. Den Kindern den Tod zu erklären, ist nicht einfach, das Wichtigste dabei ist Ehrlichkeit. „Kinder können mit Wahrheit wesentlich besser umgehen, als mit dem Gefühl etwas verheimlicht zu bekommen,“ erklärt Manuela Brandstätter. Eine blumige Sprache wie zum Beispiel der Opa ist eingeschlafen sollte tunlichst vermieden werden, da Kinder ansonsten Angst vorm Einschlafen bekommen könnten. Ein weitere faszinierender Aspekt ist es, dass Kinder dem Tod meist nicht mit negativen Dingen verbinden. „Wenn man Kinder nach den Tod fragt, kommen meist Begriffe wie „Sonne, Himmel, Schmetterling,“ wenn man Erwachsene fragt „Verzweiflung, Sehnsucht, Angst,“ erklärt Brandstätter.

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