Die Lavanttaler sind vorbildliche „Schwammerlklauber“. Die Bergwacht meldet aus dem Bezirk bisher lediglich einige Aufklärungsgespräche, keine Anzeige bisher.

Noch bis 1. Oktober dürfen in Kärnten zwischen 7 und 18 Uhr Eierschwammerl, Herrenpilze, Parasole und andere nicht geschützte Pilzarten gesammelt werden. Pro Person und Tag gilt dabei ein Limit von zwei Kilogramm. Mit der Kontrolle der Einhaltung dieser Regeln ist die Kärntner Bergwacht betraut. 24 ehrenamtliche Bergwächter der drei Einsatzstellen Bad St. Leonhard, Wolfsberg und St. Paul stellen sich im Lavanttal in den Dienst des Naturschutzes. Bis zu zehn Streifen sind pro Monat unterwegs, um den schwarzen Schafe unter den Pilzsammlern das Handwerk zu legen. Sollte besonders viel los ist, steht ihnen zudem ein eigenes, kärntenweit tätiges Sonderkommando zur Verfügung, das u.a. Kontrollen auf der Autobahn durchführt. Im Lavanttal geht es diesbezüglich aber sehr beschaulich zu: „Der Großteil der Leute halten sich an die Gewichtsobergrenze“, sagt Bergwacht-Bezirksleiter Gerhard Scheiber aus Bad St. Leonhard. „Im ganzen Tal wurden bisher etwa zehn Kontrollen durchgeführt. Dabei ist es nur zu rund zehn Aufklärungsgesprächen gekommen, wenn das Limit geringfügig überschritten wurde.“

Bis zu 3.630 Euro Strafe
Im Härtefall hätten die Bergwächter die Möglichkeit, dies bei der Bezirksverwaltungsbehörde zur Anzeige zu bringen. Dies kann recht hohe Strafen nach sich ziehen. Bis zu 3.630 Euro Bußgeld sieht das Gesetz bei Verstößen gegen die Pilzordnung vor. Im Lavanttal gab es laut Pucher während der letzten Jahre allerdings keine Anzeige. „Die Lavanttaler sammeln wirklich für den Eigenbedarf“, weiß der erfahrene Bergwächter. „Die nächsten Sammelstellen, an die man große Mengen an Eierschwammerl verkaufen könnte, liegen zu weit entfernt.“

Nachhaltig sammeln
Die Schwammerlsaison läuft bisher eher mittelmäßig: „Erst war es sehr trocken, dann kam zu viel Regen auf einmal. So richtig los ging es erst Mitte Juli“, so Scheiber. Wer auch in Zukunft an seinen Lieblingsplätzen noch viele Schwammerl finden will, kann schon beim „Ernten“ nachhaltig sein. „Am besten den Pilz vor Ort abschneiden und putzen, nicht ausreißen. So stellt man sicher, dass der unterirdische Teil nicht beschädigt ist und der Pilz kann wieder wachsen“, erklärt der Bergwächter.

© KRM