Noch heute sind unzählige landwirtschaftliche Flächen nach dem Unwetter letzten Jahres nicht nutzbar. Entschädigungen für Ernteausfälle gibt es keine, für die Aufarbeitung der Schäden schon

Hunderttausende Kubikmeter Schlamm hat das Unwetter auf die Felder in und um Rattendorf, Reisach und Stranig geschwemmt. An weniger schlimmen Stellen konnte der Sand eingearbeitet und eingeebnet werden, sodass ein bewirtschaften der Flächen wieder möglich ist. Doch bei dicken Sandschichten ist das nicht mehr so einfach, diese müssen entfernt werden, da ein einsäen nicht mehr möglich ist. Wie die Landwirtschaftskammer Kärnten am 9. August berichtete gibt es aus Katastrophenfonds keinen Schadenersatz für Ernteausfälle.

Richtlinien
Für Auszahlungen an die Betroffenen wären Änderungen in den Richtlinien der Hilfsmaßnahmen des Kärntner Nothilfswerks notwendig gewesen. „Konkret ging es um die Aufnahme von „Entschädigung von Ertragsausfällen und Prämienverlusten von landwirtschaftlichen Flächen bei Vermurungen und Sedimentablagerungen.“ Dies hätte rückwirkend geschehen müssen, außerdem sind „Umsatzverluste und Gewinnentgänge“ nach den Kärntner Richtlinien nicht entschädigungsfähig,“ so die Landwirtschaftskammer. Vom Büro Landesrat Fellner heißt es dazu: „Eine Art von „Schadenersatz“ für durch Unwetterkatastrophen bedingte Produktionsausfälle durch das Land hat es nie und kann es auch nicht geben, weil es auf kurze wie auf lange Sicht schlichtweg unfinanzierbar wäre.“

Gespräch vor Ort
Landwirtschaftskammer-Vertreter erläuterten den Bürgermeistern, Amtsleitern, dem Koordinator für die Rekultivierungen im Gailtal, und dem Vertreter des Rotaryclubs Hermagor vor Ort die Situation und präsentierten auch die Schadensschätzung mit Stand 1. August 2019 für die vom Hochwasser stark betroffenen landwirtschaftlichen Flächen. Die beiden Bürgermeister versicherten ihre Unterstützung, um die Bauern durch bereits zugesagte und noch zu erwartende Spendengelder zumindest teilweise zu entschädigen. Es werden jene Mittel sein, die über „Licht ins Dunkel“ von Spendengeldern der Kärntner Raiffeisenbanken ausbezahlt werden. Insgesamt werden diese Woche, am Freitag, von den Clubs Lions- und Rotary-Club 100.000 Euro an Spendengeldern offiziell übergeben. Die Auszahlungen der Gelder, soll bis September abgeschlossen werden.

Hilfe und private Betroffene
Von der Abteilung für Wasserwirtschaft wurden nach dem Sturm 3,7 Millionen Euro für die Aufräumarbeiten freigegeben, davon wurden zwischenzeitlich 120 Hektar Fläche geräumt und als Verwertungsfläche verbaut. Die verbleibenden 70 Hektar sollen ebenfalls noch bearbeitet werden. Als Hilfe für Betroffene wurde das Budget für „Hilfe in besonderen Lebenslagen“ sofort nach Vaia auf eine Million Euro aufgestockt. Hier erhielten private Betroffene rasch eine erste schnelle Hilfe in der Höhe von 1.000, 3.000 oder 5.000 Euro, je nach Schwere des entstandenen Schadens. Nach Feststellung aller Schäden können sich privat von Unwetterereignissen Geschädigte an das Nothilfswerk wenden, um weitere Unterstützung zu erhalten.

 

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