Das Projekt „Fit fürs Leben – Resilienz“ im Lieser-Maltatal verfolgt ein ganz bestimmtes Ziel: Die psychische Stabilität von Kindern und Jugendlichen sowie den Erziehungsbeauftragten zu stärken.

Wir haben uns mit der Verantwortlichen Renate Schiffer über die Erfolge und die Ziele des Projektes unterhalten. Die Oberkärntnerin ist Dipl. Früherzieherin, Kindergartenpädagogin, Sozialpädagogin, Mag. der Familiensoziologie, systemischer Coach der neuen Autorität in Ausbildung und nicht zuletzt Mutter dreier Kinder.

Erfolge
Das Projekt wird bisher sehr gut angenommen. „Vor allem aufgrund seiner Niederschwelligkeit (kostenlos, anonym, mobil und freiwillig) erfährt „Fit fürs Leben“ großen Zuspruch“, erklärt Renate Schiffer. Die Zahl der Erziehungsberatungen stieg seit dem Jahr 2015 ständig, im Vorjahr erreichte man einen Höchststand von 212 Beratungen. Insgesamt wurden bisher außerdem 13 Elternabende und Informationsveranstaltungen in der vierten Volksschule zum Thema Schulstart abgehalten. Es gab drei Workshops zum Thema Stärken stärken an den Schulen sowie Schulungen zum Thema Resilienz für die Pädagogen an den lokalen Schulen. „Es gibt eine Zusammenarbeit mit Schulen sowie verschiedenen Kinder- und Jugendeinrichtungen im Bezirk und darüber hinaus,“ erklärt Schiffer. Bisher gibt es das Angebot in den Gemeinden Gmünd, Krems, Malta und Trebesing. Finanziert wird das Projekt durch das Land Kärnten und die vier Gemeinden, als Träger des Projektes fungiert die LAG Nockregion.

Die Klienten
Einen durchschnittlichen Klienten gibt es beim Projekt „Fit fürs Leben“ nicht, weiß Renate Schiffer: „Das Angebot wird von Pädagogen, von Jugendlichen, von Eltern und sogar von Großeltern genutzt.“ Die Probleme sind dabei sehr breit gefächert und reichen vom klassischen „Schreibaby“ über „Trotzkinder“, „Pubertätskrisen“ bis hin zu Missbrauch, Gewalt, Drogen oder Alkoholmissbrauch. Genutzt wird das Angebot auch als Informationsdrehscheibe in Bezug auf Kinderbetreuungt.“Man kann sagen, das Projekt etabliert sich immer mehr als Erstanlaufstelle bei Problemen und auftretenden Unsicherheiten (nicht nur) im Erziehungsbereich,“ erklärt die Expertin. Festgehalten werden muss, dass der anonyme und unbürokratische Zugang dafür sorgt, dass schneller Hilfe gesucht wird. Das Angebot wird also auch bei Unsicherheiten und als präventive Beratung genutzt.

Beratungen
Doch nicht nur Eltern und Kinder werden beraten, sondern auch pädagogische Fachkräfte, denen mit Fallbesprechungen geholfen wird. Ein Vorteil für Schiffer dabei ist, dass sie als Außenstehende nicht im System ist. „Als außenstehende Sozialpädagogin und Familiensoziologin kann ich oftmals eine neue Sichtweise in Fälle mit einbringen,“ erklärt sie. Selbstverständlich wird auch hier anonym gearbeitet, den Namen der betroffenen Kinder und Jugendlichen erfährt Schiffer nicht. Neben den Beratungen und Fallbesprechungen wird auch präventiv in Form von Elternabenden, Präsentationen, Workshop und, Artikeln für die Gemeindezeitungen gearbeitet.

Besonderheiten
Der große Vorteil und das Besondere an diesem Projekt ist seine Anonymität und die Akzeptanz bei der Bevölkerung und den Pädagogen. Selbst bei bildungsfernen Familien kommt das Angebot sehr gut an. „Besonders gut gefällt den Klienten, dass der Schwerpunkt in den Beratungen auf den individuellen Stärken liegt,“ erklärt Renate Schiffer.
Mit diesem wertschätzenden und optimistischen Zugang sorgt man für eine gute Vertrauensbasis.

Ziele
Für die Zukunft gibt es ein klares Ziel, welches das Projekt verfolgt: nämlich weiterhin etwas für das Wohlbefinden der Bürger beizutragen und die psychosoziale Nahversorgungslücke in unserer Region etwas zu verkleinern.

©KRM