Die Untergailtaler Tracht bekommt einen eigenen Präsentationsraum. Wir haben mit Diana Erat über Traditionen und ihre Leidenschaft gesprochen

Wissen Sie, was es mit dem Sprichtwort „Unter die Haube kommen“ auf sich hat? Oder wie die Gailtalerin früher noch genannt wurde? Diese und noch viele andere Fragen beantwortet Diana Erat, Obfrau des Vereins „Freunde des Greisslermuseums“ in ihrer alljährlichen Ausstellung „Die saubere Gailtalerin“. Aufgrund der UNESCO-Auszeichnung im letzten Jahr wird nun ein ganzer Raum des Greisslermuseums alleine der Untergailtaler Tracht gewidmet. Eröffnet wird dieser am 25. Mai.

Museumserweiterung
Im Greisslermuseum werden jedes Jahr Führungen zum Thema „Die saubere Gailtalerin“ angeboten, der Schwerpunkt wechselt jährlich. Heuer steht der „Hochzeitsbrauch im Wandel“ im Fokus. Weil die „Untergailtaler Tracht“ in das Österreichische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde, wächst das Museum. „Um unserem Kulturerbe einen würdigen Platz zu bieten, erweitern wir um einen Raum, dieser wird ganz im Zeichen der Untergailtaler Tracht stehen.“ Der Antrag zur Aufnahme der Untergailtaler Tracht von Diana Erath und der Historikerin Brigitte Fatzi ging übrigens zeitgleich mit dem Antrag der Burschenschaft Freistritz/Gail ein. Felix Abuja und der Historiker Peter Wiesflecker beantragten die Aufnahme des Untergailtaler Kirchtages mitsamt der Kirchtagsbräuche im Verzeichnis. Beide Anträge wurden von der UNESCO-Kommission angenommen und zu einem Eintrag unter dem Titel „Untergailtaler Kirchtagsbräuche und Untergailtaler Tracht / Ziljski žegen in ziljska noša“ zusammengefasst.

Wurzeln wahren
In ihren Fachvorträgen möchte Diana Erat auf die Bedeutung dieser Tracht hinweisen. „Man trägt sie nur an großen und wichtigen Anlässen. Die Haltung ist beim Tragen der Tracht besonders wichtig, dazu gehört auch das passende Benehmen,“ so die Männerkleiderschneiderin. Deshalb ist es vielleicht besser, sich umzuziehen, wenn das Programm beendet ist oder die Füße schmerzen. Feiern darf man, aber für überschwängliche Partys mit viel Alkohol ist die wertvolle Tracht laut Diana zu schade. Immerhin ist sie ein Teil der Untergailtaler Identität und weist auf die Wurzeln hin.

Verein
Schon mit sechs Jahren hat sie die Kleider ihrer Puppen selbst genäht. So wuchs die Leidenschaft zum Traditionshandwerk. Also erlernte Diana Erat den Beruf der Schneiderin und blieb dem Handwerk treu. Die „Greisslerei“ war einst das Geschäft ihrer Tante, welches sie erbte. „Ich schaute mir das Geschäft an und wollte es gerne weiterhin nutzen. Dieses Lebenswerk auszuräumen und alles einfach wegzuwerfen, kam für mich nicht in Frage, dennoch wollte ich es wiederbeleben,“ sagt sie. Deshalb entschied sie sich, ein Museum aus dem alten Gebäude zu machen, welches sie vor rund 24 Jahren in Unterthörl eröffnete. „Der Name „Greisslermuseum“ setzte sich von alleine durch. Bei uns hätte man zu den Räumlichkeiten einfach Geschäft gesagt, doch in Wien wurden solche Läden als „Greissler“ bezeichnet. Dieser Name hat einen Klang und bleibt im Ohr, sodass es dabei blieb.“ Irgendwann wurde der Aufwand zu groß, um es alleine zu schaffen, deswegen wurde der Verein „Freunde des Greisslermuseums“ gegründet.

Manuel Müller und Silja Novak in der traditionellen Untergailtaler Tracht

Ein kleiner Auszug der Ausstellung des letzten Jahres: „Die saubere Gailtalerin & Der Tanz unter der Linde“

Das Greisslermuseum wurde vom Verein „Freunde des Greisslermuseums“ unter Diana Erat so renoviert, dass der Charme erhalten blieb

©KRM (großes Bild), ©Sabrina De Zordo (erstes kleines Bild), ©KRM (2)