Backbone-Projekt: Das Lesachtal die Gemeinde Dellach und der Weissensee werden noch heuer über Glasfaserverbindungen verfügen. Anschlüsse zur Hauptleitung sind im ganzen Tal geplant

Die „Glasfaser Netz Kärnten – GNK GmbH“ ist eine heimische Firma mit Sitz in Hermagor. Sie ist Vorreiter im vollflächigem Glasfaserausbau und setzt den Fokus in Mittel- und Oberkärnten. Klaus Bergmann, von der GNK, erzählt davon wie der Ausbau im Gailtal vorankommt und welche Gemeinden als nächstes angeschlossen werden.

In Kürze
Teile des Weissenseer Netzes können heuer schon online gehen. Das Lesachtal soll bis Ende 2019 ebenfalls über ein vollflächiges Glasfasernetz verfügen. In Dellach im Gailtal werden die Glasfasern bereits eingeblasen, das Netz wird schon bald fertiggestellt. Das Backbone-Projekt der GNK sieht vor die Gemeinden St. Stefan, Kirchbach, Kötschach-Mauthen und das Gitschtal als nächstes mit Hauptleitungen auszustatten.

Anschluss
Der Backbone ist der Anschluss der regionalen Glasfasernetze an die Hauptleitung. Er stellt die Grundvoraussetzung dar, dass diese Netze überhaupt entstehen können. Die GNK baut in Ober- und Mittelkärntnen ein modernes Glasfasernetz, den sogenannte „Kärntner Regions Backbone (KRB)“. Der Grund: „Regionale Glasfasernetze funktionieren nur, wenn sie eine Anbindung zu den internationalen Netzknoten haben,“ erklärt Bergmann. Dieser Herausforderung hat sich die GNK in Kärnten angenommen und arbeitet seit 2017 am Projekt einer regionalen Datenautobahn, die seit Sommer 2018 in Betrieb ist und laufend erweitert wird. Die Gemeinde Feistritz/Gail ist bereits an den Highway angeschlossen, Dellach/Gail folgt im Sommer 2019. „In den Gemeinden Lesachtal und Dellach funktioniert dieser Ausbau besonders gut, da an diesen Standorten kein Kanalnetz vorhanden war. Da es neu errichtet werden musste konnten die Leerverrohrungen mitverlegt werden. Da 70 bis 80 Prozent der Kosten zur Errichtung eines Glasfasernetzes der Tiefbau ausmacht, werden die Kosten enorm gesenkt, wenn dies im Rahmen anderer Arbeiten geschieht,“ so Bergmann.

Unternehmen
Während mancherorts noch über die Notwendigkeit eines Glasfasernetzes verhandelt wird, investiert die GNK seit Jahren in den Kärntner Regions Backbone (KRB), um die entstehenden Glasfasernetze der einzelnen Orte schnellstmöglich an den internationalen Datenhighway anzuschließen. Von der Wichtigkeit dieses Projektes konnte auch das Land Kärnten überzeugt werden: Das Land ist an den Projektkosten über die BIK Breitbandinitiative Kärnten GmbH, einer 100 prozentigen Landesgesellschaft, mit 25 Prozent am Backbone beteiligt.

Neue Technologien
Klaus Bergmann möchte noch betonen, wie wichtig dieser Ausbau für 5G-Sendemasten ist. „Wenn 5G kommt, dann werden in Österreich 150.000 weitere Sendestandorte benötigt – zusätzlich zu den bereits vorhandenen. Außerdem müssen diese Standorte ebenfallt an ein Glasfasernetz angebunden sein, sonst wird es nicht funktionieren.“ Er denkt, das 5G Netz wird eine gute Ergänzung sein, ein Glasfaserkabel im Haus jedoch nie ersetzen können.

 

 

©Christine Strömpfl