Die Wildbach- und Lawinenverbauung Kärnten setzt in Kooperation mit den Gemeinden Schutzprojekte um. In St. Jakob gibt es aktuelle Projekte für den Rosen- und Biuschabach.

 

Plötzlicher Starkregen, Hagel oder heftige Unwetter: In den vergangenen Jahren war deutlich spürbar, dass sich die Witterung verändert – extreme Wettereignisse nehmen zu. Vor allem im Bereich des Hochwasserschutzes ist rasches Handeln gefragt. Unter anderem dafür verantwortlich zeichnet die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) Kärnten. Naturgefahrenmanagement, Sachverständigentätigkeit, Gefahrenzonenplanung, Maßnahmenplanung und -setzung sowie Förderungsabwicklung sind Kernfelder der WLV. St. Jakob ist neben Ludmannsdorf, Ferlach, St. Margareten, Zell und Feistritz Teil des Hochwasserschutzverbandes Rosental. „Uns steht jährlich ein bestimmtes Budget zur Verfügung, das wir in Schutzprojekte in der Region investieren können – Ziel ist es, den Schutzbedarf aller Gemeinden zu decken“, erklärt Gebietsbauleiter Stefan Piechl. Zusätzlich zu den Mitteln von Bund und Land müssen die Gemeinden ihren Teil beitragen. „Vorteile für die Gemeinden sind die konsequente Zeit- und damit Budgetplanung für Schutzvorhaben sowie eine erhöhte Förderquote von Bund und Land für Verbände – die Gemeinden haben bei den Schutzprojekten weniger Eigenanteil zu leisten“, erklärt Piechl.

Rosental. Ausgangspunkt für den Rosentaler Schutzverband waren Zell und Ferlach. „Wir haben uns dann dazugehängt“, sagt Robert Sereinig, Betriebsleiter Abfallwirtschaft/Wasserversorgung der Gemeinde St. Jakob. Durch seine jahrelange Erfahrung auf diesem Gebiet war Sereinig an der Gründung und Umsetzung des Hochwasserschutzverbandes Rosental maßgeblich beteiligt. In St. Jakob gibt es konkret zwei Schutzprojekte, welche anstehen bzw. gerade in Arbeit sind. Etwa die Geschiebe-Bewirtschaftung im Rosenbach. Franz Baumgartner, Schutzwasserbaureferent in St. Jakob, erklärt: „Der Geschiebetransport im Rosenbach ist enorm. Wenn man dem nicht entgegenwirkt, hat man das Problem, dass die Drau verlandet. Das heißt, dass sie durch das Material immer voller wird, es bleibt weniger Platz für das Wasser. Kraftwerke haben dann weniger Kapazität, um Strom zu erzeugen, das Staubecken kann das Wasser nicht auffangen und es kommt zu Überflutungen.“ Durch sogenannte Buhnen wird der Rosenbach zudem wieder in die Mitte gelenkt, seitlich des Baches stehen einige Wohnhäuser, welche von einer möglichen Überflutung gefährdet wären. Das Projekt Rosenbach läuft bereits, die Kosten dafür betragen rund 700.000 Euro. Sereinig: „Auch ist es angedacht, über den Schutzwasserverband Deponie-Flächen zu bekommen, welche für den Schotter aus dem Rosenbach geeignet sind.“

Biuschabach. Ganz oben auf der Wunschliste der künftigen Projekte steht die Umleitung des Oberlaufes des Biuschabaches im Gemeindeteil Kanin/Hodnina. „Bei Starkregen gibt es immer wieder Überflutungen, etwa 15 Häuser stehen in diesem betroffenen Feuchtgebiet. Geplant sind die Maßnahmen für 2020“, sagt Baumgartner. Künftig soll der Bach entlang des Waldrandes abgeleitet und ein neues Bachbett geschaffen werden.

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