Juhu, endlich schwanger. Doch was ist jetzt? Dr. Doris Matha aus Hermagor erklärt, wie man sich vorbereiten kann und worauf in der Schwangerschaft zu achten ist

Schwangere bekommen häufig unerbetene Ratschläge, zu dem was sie dürfen und was nicht. Das kann werdende Mütter verunsichern. Die Hermagorer Frauenärztin Doris Matha klärt über Nahrungsergänzungsmittel, die richtige Ernährung und sportliche Aktivitäten auf.

Geplante Schwangerschaft
Die beste Voraussetzung für eine Schwangerschaft ist ein gesunder Körper. Ein jüngeres Alter bietet gewisse Vorteile, doch werdende Mütter sind heute älter als zu früheren Zeiten. „Die Frau von heute kann ihr biologisches Alter durch einen besseren Lebensstil und gesunde Ernährung herabsetzen. Deshalb wird auch der Faktor „Risikoschwangerschaft“ durch zu hohes Alter reduziert,“ sagt Dr. Matha. Ein gründlicher Gesundheitscheck und eine gynäkologische Untersuchung schaffen Klarheit. Außerdem sollte eine Röteltiterbestimmung gemacht werden. Vor der Befruchtung rät die Frauenärztin zu einer Folsäureanreicherung, diese vermindert das Risiko einer Fehlbildung im ZNS enorm. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, wenig Alkohol und keinerlei Nikotin oder andere Suchtgifte sind Voraussetzung.

Nahrungsergänzungsmittel
Generell sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll, wenn ein Mangel vorhanden ist oder während der Schwangerschaft entsteht. Bei einseitiger Ernährung oder etwaigen Aufnahmestörungen, wie bei Stoffwechselerkrankungen, muss das kontrolliert werden. „Massive, gefährliche Mängel würden klinisch und bei den Untersuchungen diagnostiziert werden.“

Das besser nicht
Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist wichtig. In der Schwangerschaft sollte man wegen des erhöhten Vitamin- und Mineralstoffbedarfes viel Gemüse zu sich nehmen. Obst ist ebenfalls gesund, dabei sollte jedoch der Fruchtzucker bedacht werden. Denn manche Frauen leiden in der Schwangerschaft unter einem sogenannten Schwangerschaftszucker, dieser verschwindet nach der Geburt meist wieder. Die Eiweißaufnahme ist ebenso wichtig. Besonders aufpassen sollte man jedoch bei Milchprodukten aus Rohmilch, rohem Fleisch, Fisch oder Krustentieren. Diese Lebensmittel können Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel eine Toxoplasmose hervorrufen, welche besonders für Schwangere gefährlich sind.

Sport
Bewegung, die auch noch Spaß macht, kann übliche Schwangerschaftsbeschwerden wie Wasseransammlungen, Wirbelsäulenbeschwerden, Venenschmerzen, Gewichtszunahme und Müdigkeit verringern. Für Frauen mit wenig Kondition bieten sich Sportarten wie Spazieren, Schwimmen oder Radfahren an. „Sport ist prinzipiell wichtig und richtig. Gerade wenn eine Frau schon vor der Schwangerschaft sportlich sehr aktiv war, ist es bei einer unkomplizierten Schwangerschaft möglich, sportlich zu bleiben,“ sagt Dr. Matha. „Alles vom Ausdauersport über Gymnastik oder moderatem Krafttraining ist erlaubt, solange es Spaß macht.“

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