Gmünd ist weit über die Grenzen Kärntens hinaus als Künstlerstadt bekannt, ein Grund dafür sind die alle Jahre in der Stadtturmgalerie ausgestellten Meisterwerke weltberühmter Künstler.

Henri Matisse, Albrecht Dürer, Francisco de Goya und als neuster Coup William Turner, in der Kleinen Stadt im Lieser-Maltatal werden jedes Jahr Künstler von Weltrang ausgestellt. Wir haben uns mit der verantwortlichen Leiterin der Kulturinitiative Gmünd Frau Dr. Erika Schuster darüber unterhalten, wie man es schafft, solche Meisterwerke in das kleine Gmünd zu bringen.

Die Kulturinitiative

Seit mittlerweile fast 30 Jahren ist der Verein Kulturinitiative Gmünd die treibende Kraft hinter der Entwicklung von Gmünd in Richtung Künstlerstadt. „Die fantastische Idee, leerstehende Gebäude in der Stadt mit Kunstprogrammen zu beleben, ist voll aufgegangen,“ freut sich Erika Schuster. Mit der Schwerpunktsetzung auf Bildende Kunst gelang es 20 vormals leerstehende Häuser in der Altstadt zu beleben und der Stadt ein neues, positives Image zu verpassen. Seit 1996 leitet Dr. Erika Schuster als Geschäftsführerin den Verein und das umfangreichste Kulturprogramm Oberkärntens. „Allein unser Verein hat 120 Veranstaltungen an 250 Veranstaltungstagen pro Jahr,“ berichtet sie nicht ohne Stolz. Der Verein hat mittlerweile im Sommerhalbjahr 12 Angestellte und realisiert nicht nur zahlreiche Ausstellungen in den verschiedensten Galerien, sondern auch internationale Artist in Residence-Programme, das Kulturkino und ist in der Kulturvermittlung tätig.

Highlight Stadtturmgalerie

Gmünd hat viel zu bieten, das Highlight sind aber sicherlich die Ausstellungen in der Stadtturmgalerie. Diese Ausstellungen sorgen dafür, dass Gmünd weit über die Grenzen Kärntens hinaus als Kulturstadt bekannt ist. Den beiden Kuratorinnen Julia und Erika Schuster ist es dank guter Verbindungen gelungen, Künstlergrößen wie Albrecht Dürer, Francisco de Goya, Joan Miró oder Henri Matisse nach Gmünd zu holen. „Mit bisher rund 120.000 Besuchern ist die Stadtturmgalerie Gmünd damit eines der beliebtesten Kunstmuseen des Landes,“ freut sich Schuster.

Herausforderungen

Natürlich ist es nicht immer leicht, eine solche Ausstellung zu organisieren und es gibt besondere Herausforderungen, vor denen das Organisationsteam jedes Jahr steht. „2019 ist es etwa der Brexit oder erforderliche Ausfuhrgenehmigungen, die einzuholen sind,“ erklärt die Kuratorin. Die ständig steigenden Besucherzahlen sind auch eine Herausforderung für den mittelalterlichen Stadtturm. Mit Hilfe des Landes gibt es heuer die notwendig gewordene Umstellung auf LED-Beleuchtung sowie die Erweiterung der Sicherheitsanlagen. Der Turm ist aber leider nicht barrierefrei. „Ein Lift wäre notwendig, doch dies ist, wie auch eine Erweiterung der Ausstellungsräume um ein benachbartes Dachgeschoss, noch Zukunftsvision,“ weiß Erika Schuster.

William Turner

2019 steht die Stadtturmgalerie im Zeichen eines ganz besonderen Künstlers, es werden die Werke von William Turner, ausgestellt. „Joseph Mallord William Turner (1775-1851) avancierte bereits zu Lebzeiten zum erfolgreichsten Landschafts- und Marinemaler Englands und gilt heute als überragendes Ausnahmetalent zwischen Romantik und Impressionismus,“ stellt Schuster den Künstler vor. Gemeinsam mit William Shakespeare zählt er zu den zwei „Nationalheiligen“ unter den britischen Künstlern. Die William Turner Ausstellung in Gmünd wird am dritten Mai eröffnet und ist bis 29. September täglich zu sehen.

©Kulturinitiative Gmünd