Bandprobe hinter Gittern: Sozialarbeiter Dominik Welisch taucht einmal die Woche mit Gefängnisinsassen in die Welt der Rockmusik.

Wenn der Sozialarbeiter Dominik Welisch über dieses spezielle Bandprojekt spricht, merkt man sofort, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckt. „Einer unser Grundsätze lautet: Niemand wird verurteilt, egal, welche Leistung er bringt. Die Band hält zusammen, sollte ein Auftritt einmal nicht so gut gelungen sein, klopft sich trotzdem jeder auf die Schulter“, versucht Welisch die Gefängnisband zu erklären.

Die Gründung
Vor drei Jahre wurde das Bandprojekt ins Leben gerufen. Peter Bevc, der Leiter der Justizanstalt Klagenfurt, erfuhr beim Einstellungsgespräch, dass Welisch Musiker sei. „Ich brachte den Vorschlag, dass wir eine Band gründen, Peter Bevc war begeistert“, sagt Welisch . Woher kommen die Instrumente? Wann darf geprobt, wie lange geprobt werden? Wie wird der ständige Wechsel der Klienten gemeistert? waren nur einige von vielen Fragen, die sich der neue Bandinitiator stellen musste und immer noch stellen muss. Mittel für dieses Projekt gibt es kaum. „Ich möchte mich an dieser Stelle beim katholischen Bildungswerk bedanken, das den Ankauf der Musikinstrumente ermöglicht hat“, so Welisch.

Einfach mal abrocken
Das Konzept des Sozialarbeiters ist einfach, aber effektiv: „Es geht darum, dass die Klienten schnell Erfolge erzielen, wir machen hier keine perfekten Rockstars. Mithilfe von einfachen Songs wie z.B. „Zombie“ von den Cranberries bekommen sie schnell Selbstvertrauen“, erklärt Welisch.

Probealltag
Jeden Freitag um 13 Uhr ist Start für die Probe, da wird, wie bei jeder Bandprobe, über Alltägliches gesprochen. Nach der gemeinsamen Songauswahl tauchen die Insassen in die Welt der Musik ein. „Um 15 Uhr sagen dann wieder alle: „Ist schon wieder aus?“, sagt Welisch. Kommt es vor, dass es im Gefängnis Hierarchien gibt, müssen sich hier alle Bandmitglieder auf Augenhöhe begegnen. Da muss selbst der hierarchisch Höhergestellte die Instrumente her- und wieder wegräumen. Wertschätzung lautet das Zauberwort bei der Band.

Am Foto oben: Sozialarbeiter und Musiker Dominik Welisch vor dem „Probenlokal“
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Die Erfahrung aus seiner Band Counterweight lässt Welisch in das Projekt einfließen

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