Neophyten sind nichtheimische Pflanzen. Diese sollen an der Gail, zwischen Feistritz und Kötschach, auf Versuchsflächen beobachtet und beseitigt werden. Gerhild Wulz-Primus von der Arge Naturschutz klärt auf.

In Zusammenarbeit von der Wasserwirtschaft Hermagor und der Arge Naturschutz wurden die Damm-Flächen zwischen Feistritz an der Gail und Dellach bei Egg und später bis nach Kötschach erhoben. Aufgenommen wurde, wo überall Neophyten – eingeschleppte Pflanzen – wachsen und welche Probleme sie verursachen. Daraufhin wurden Maßnahmenflächen festgelegt.

Definition
Aus dem Englischen übersetzt ist ein Neophyt eine Pflanzenart, die nicht in einer geografischen Region beheimatet ist und seit der Entdeckung Amerikas eingeführt wurde. „Einige Neophyten können gesundheitliche, ökologische oder wirtschaftliche Schäden verursachen. Der Riesenbärenklau beispielsweise verursacht Verbrennungen, die Ambrosia wiederum produziert extrem viele Pollen und ist für Allergiker gefährlich,“ erklärt Gerhild Wulz-Primus. Beim Projekt „Neophyten an der Gail“ geht es um wirtschaftliche und ökologische Probleme.

Schäden
„Der Japanische Staudenknöterich kann Ufersicherungen und Dämme instabil machen, wenn zu viel davon wächst,“ so Wulz. Mit seinem Wurzelsystem kann er sich meterweit unterirdisch verbreiten und hat eine enorme Sprengkraft. Die Goldrute und das Springkraut sind ebenfalls nicht gut für die Natur. „Das Indische Springkraut wurde sowie die anderen Pflanzenarten als Zierpflanze nach Europa gebracht. Da es aber ein riesiges Samenpotential hat und die Samen beim aufpoppen bis zu sieben Meter weit springen können, verbreitet es sich rasant, sodass man der Pflanze nicht mehr Herr wird. Das Springkraut sowie die Goldrute verdrängen unsere heimischen Pflanzen, sodass ein ökologisches Problem daraus entsteht,“ sagt Gerhild Wulz-Primus.

Bekämpfung
Da der Staudenknöterich eine Pflanze ist, die ursprünglich auch auf Vulkanen wächst, kann man sich vorstellen wie viel er aushält. Deshalb arbeiten die Wasserwirtschaft Hermagor und die Arge Naturschutz daran, diese Neophyten einzudämmen beziehungsweise eine größere Ausbreitung zu verhindern. „Von Feistritz bis Dellach bei Egg wurden die verschiedenen Neophyten erhoben und Maßnahmenflächen ausgewählt. Dann haben wir uns überlegt, wie die Bewirtschaftung so angepasst werden könnte, damit das Wachstum dieser Pflanzen eingedämmt wird. Beispielsweise indem die Pflanzen kurz vor der Blütezeit gemäht oder gemulcht werden. Heuer haben wir eine Erhebung von Beständen des Staudenknöterichs bis Kötschach durchgeführt und ausgewählt, wo das Ausgraben sinnvoll ist. Der Plan ist nun weitere Maßnahmen zu entwickeln,“ so die Expertin. Mit Schafen wird nun eine Versuchsfläche in Feistritz bewirtschaftet, um zu beobachten sie Neophyten fressen und die Pflanze durch das Abweiden verschwindet. Andere Flächen wurden mit Planen abgedeckt, um das Wachsen des Staudenknöterichs zu verhindern. Generell wurden einige Methoden ausprobiert. „Nach zwei Jahren kann man noch nicht sagen, was am besten funktioniert. Nach jetzigem Wissensstand ist bei kleinen Beständen sicher das Ausgraben am effektivsten.“

In Feistritz an der Gail wird den Neophyten mit Schafen zu Leibe gerückt, dabei ist wichtig, dass leichte Tiere verwendet und die Dämme nicht abgetreten werden

Gerhild Wulz-Primus: „Neophyten können gesundheitliche, ökologische oder wirtschaftliche Schäden verursachen.“

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