In rund 25 Autos wurde in den letzten Wochen eingebrochen. Die Tatorte: Verstreut über das Obere Gailtal, Lienz und das Drautal

Nun ist der Täter im Oberen Gailtal angekommen: Aus rund 25 Autos wurden in Lienz, Oberdrauburg, in der Region Villach und im Oberen Gailtal Wertsachen und Handtaschen entwendet. Die Einbruchserie begann in Osttirol. Hier wurden ca. 25 Autos aufgebrochen beziehungsweise die Scheiben eingeschlagen, das Ziel waren herumliegende Taschen und Wertgegenstände, die in den Autos lagen.

Gailtal
Am 10. August erreichte das GAILTALER-Team eine Bitte um Hilfe. Dabei handelte es sich um die Tochter einer geschädigten Obergailtalerin. In der Nachricht erklärte sie, dass beim Auto ihrer Mutter eine Scheibe eingeschlagen und deren Handtasche vom Rücksitz entwendet worden war. Wir gingen der Tat auf den Grund und erkundigten uns bei der Polizei in Hermagor um weitere Delikte. Besonders auffallend war, dass man dabei ein Muster erkennen konnte.

Alleinstehende Fahrzeuge
Im Hilferuf erklärte die Geschädigte, dass das Auto neben der Dellacher Gailbrücke geparkt war. Mjr. Werner Mayer von der Polizei Hermagor weiß, wieso ein solcher Ort ein „gefundenes Fressen“ für den unbekannten Täter ist. „Durch die ähnliche Vorgehensweise gehen wir davon aus, dass es sich beim Täter der Diebstahleinbrüche um einen Serientäter handelt. Die Tatorte sind meist sehr abgelegen wie zum Beispiel beim Wasser, an Radwegen oder bei Ausgangspunkten von Wanderungen und Klettersteigen und nur selten auf größeren Parkplätzen,“ erklärt Mayer. Gestohlen wurde alles, was der Täter im Auto vorfand: Handtaschen, Rucksäcke oder Brieftaschen. Dreimal erbeutete er eine Bankomatkarte, womit er Geld abheben wollte. Da die Geldautomaten überwacht sind, kam die Polizei hier zu Fahndungsfotos, welche am 7. August schon einmal von den Medien veröffentlicht wurden. „Die Bilder sind von so guter Qualität, dass man jemanden erkennen könnte. Da wir aber keine Resonanz auf das Bild erhalten haben, gehen wir davon aus, dass der Täter aus dem Ausland kommt. Denn würde es sich bei dem Gesuchten um einen Kärntner oder Tiroler handeln, hätten wir durch die Fahndung mehr Aufschlüsse bekommen müssen,“ so Mayer. Die Bevölkerung wird um Hinweise betreffend der gesuchten Person gebeten. Diese werden von jeder Polizeidienststelle entgegengenommen, wobei als Anlaufstelle primär die Polizeidienststelle Kötschach-Mauthen angegeben wird (Tel.Nr. 059133 2120).

Kann man sich schützen?
Da der Täter grundsätzlich nicht davor zurückschreckt, die Fahrzeuge massiv zu beschädigen, gibt es kaum wirkungsvollen Schutz. Doch Major Mayer hat einige Tipps: „Hauptsächlich schlägt er nur dort Scheiben ein, wo er schon durch die Fenster abgelegte Gegenstände sieht. Deshalb sollten keine Taschen, Handys, Brieftaschen oder andere Gegenstände offen im Auto, wie beispielsweise auf dem Rücksitz, liegengelassen werden, denn diese sind besonders verlockend,“ so Mayer. Natürlich ist das keine Versicherung gegen einen Einbruch, denn immerhin kann auch das Handschuhfach durchsucht werden, doch der Anreiz ist niedriger. Außerdem ist es besser, Fahrzeuge nicht zu abgelegen zu parken, denn das bedeutet ein „leichtes Spiel“ für den Täter und mehr Zeit für den Einbruch.

 

 

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