Die Menschheit wird immer mehr zu einer Wegwerfgesellschaft, dadurch wird immer mehr und mehr Müll produziert – auch bei uns in Oberkärnten.

Doch es gibt auch Initiativen, welche sich damit beschäftigen, gegen diesen Trend vorzugehen und nachhaltiger zu agieren, zum Beispiel mittels Repair Cafés. Eine solche Maßnahmenaktion gegen die Wegwerfgesellschaft gibt es auch in unserer Region, genauer gesagt in Gmünd mit dem dortigen Repair Café. Bei diesem wird, wie der Name schon sagt, nichts verkauft, sondern Dinge repariert, um sie nicht wegwerfen zu müssen und ihren Lebenszyklus zu verlängern. Das geschieht in freundlichem Rahmen meist zusammen mit den Eigentümern der zu reparierenden Geräte.

Die Stiftung
Die Repair Café Stiftung wurde 2009 in den Niederlanden gegründet und hat bis heute über 1400 Repair Café-Gründungen weltweit begleitet. Insgesamt wurden dabei weltweit ungefähr 300.000 Gegenstände repariert. „Auch in Österreich breitet sich diese freiwillige und ehrenamtliche Initiative zunehmend aus,“ erklärt Hermann Florian.

Die Idee
Anfang 2018 hat Hermann Florian den Entschluss gefasst, im Lieser- und Maltatal so eine Initiative zu starten. Seit Juni 2018 findet nun jeden letzten Samstag im Monat eine Veranstaltung statt. „Wir sind eine Truppe von circa 10 Leuten, die sich aktiv rein ehrenamtlich beteiligen,“ erklärt Florian. Kleine Dinge, die möglichst leicht transportiert werden können, werden gegen eine kleine freiwillige Spende möglichst gemeinsam mit dem Besitzer repariert. Bei Kaffee und Kuchen gibt es zudem spannende Gespräche. „Wir haben auch schon „Stammgäste,“ die immer wieder vorbeischauen,“ freut sich Hermann Florian. Inzwischen wird die Initiative gut und recht weit über die Gemeindegrenze hinaus angenommen. Mittlerweile kommen nicht mehr nur Leute aus der näheren Umgebung, sondern auch aus dem Mölltal, dem unteren Drautal bzw. aus ganz Oberkärnten.

Was wird repariert?
Vor allem Dinge, welche den Besitzern ans Herz gewachsen sind und für die eine professionelle Reparatur zu teuer wäre oder für die es keine gibt, werden repariert.
„Zum Beispiel haben wir einen Korbflechter, der schon viele kleine und größere Körbe aller Art vor der Müllhalde gerettet hat,“ erklärt der Initiator des Projektes. Elektrogeräte werden auch oft vorbeigebracht, hier werden kleinere Reparaturen vorgenommen und die Situation beurteilt, mit der Empfehlung, zu einem Profi zu gehen bzw. das Ding wirklich zu entsorgen. Kleinmöbel, Geräte, Kinderspielsachen aller Art sind auch beliebte „Patienten“. „Hoffnungslose Fälle gibt es immer wieder. Wir haben aber schon viele Dinge wider Erwarten zum Leben erweckt. Einen Versuch ist es immer wert,“ so Hermann Florian.

Die Klienten
Sowohl die Besucher als auch die Freiwilligen haben ein eher höheres Durchschnittsalter. „Ich bin deshalb auch in Verbindung mit der Direktion der NMS Gmünd und dabei, einen Weg zu finden, wie wir mehr Jugend einbeziehen können,“ schmiedet Florian bereits Pläne, denn man würde gerne das aktive Team erweitern, besonders mit jungen Leuten, denen die Zukunft unserer Region am Herzen liegt und die sich einbringen wollen.

©Hermann Florian