Bienen haben es oftmals schwer. Pestizide, weniger Blumenwiesen oder schlicht und einfach Unwissenheit machen ihnen zu schaffen. In Oberkärnten findet aber ein Umdenken statt.

Mit viel Geduld und einer gehörigen Portion Eigeninitiative gelang es der Danielsberg Medi@thek und dem Bienenzuchtverein Kolbnitz, ein spezielles Projekt umzusetzen. Es gelang, einen Verweilplatz zwischen Kindergarten und Volksschule zu errichten, wo man die Besucher auch über das wichtige Thema Bienensterben sensibilisieren möchte. Vor kurzem wurde der Platz offiziell an die Gemeinde Reißeck übergeben.

Sensibilisieren
Ein vordergründiges Thema bei der Umsetzung des Projektes war die Sensibilisierung der Gemeindebürger und vor allem der Kinder für das Thema Bienen. „Wir wollten unsere GemeindebürgerInnen und vor allem die zukünftigen Generationen (Kindergarten- und Schulkinder) an dieses Thema heranführen,“ erklärt dazu Alexandra Königsreiner von der Danielsberg Medi@thek. Der Platz liegt genau zwischen Schule und Kindergarten und ist öffentlich zugänglich, sodass sich alle Gemeindebürger am saftigen Grün und den fleißigen Bienen erfreuen können. „Eine Sensibilisierung ist sehr wichtig, da der Bevölkerung gar nicht bewusst ist, welche extremen Schäden entstehen können, wenn man im guten Glauben etwas für die Bienen tun möchte,“ erklärt Imker Hubert Göritzer. Vor allem eine Rücksprache mit den heimischen Imkern kann vermeiden, dass Fehler passieren. Die Imker sind Profis und können informieren.

Status quo
Momentan ist bei uns im Bezirk kein Rückgang der Bienenbestände zu bemerken, allerdings gibt es andere Probleme, zum Beispiel mit der Ansiedlung fremder Bienenrassen wie der Buckfastbiene. Die Kreuzung von Carnica- und Buckfastbienen ergab, dass dadurch eine stechfreudige Biene entstand. Außerdem ist es durch die neue Bienenrasse schwieriger, teurer und mit mehr Aufwand verbunden, reinrassige Carnica zu erhalten. „Durch den Einsatz von neuen Vermarktungsmöglichkeiten, zum Beispiel den Verkauf oder Vermietung kleiner Bienenstöcke, können die Varroa-Milbe und die „Amerikanische Faulbrut“ leichter verbreitet werden,“ erklärt Imkerin Beate Göritzer ein weiteres Problem.

Umdenken
Mittlerweile findet vor allem auch im privaten Bereich ein Umdenken statt.
Durch die Ausgabe von Informationen an die Bevölkerung und Gemeinden werden entsprechende Blumenwiesen, -rabatten  und Balkonblumen eingepflanzt. „Auch die Landwirte sind bereits dazu verpflichtet, an den Ackerrändern entsprechende Blumen zu säen bzw. stehen zu lassen,“ meint Imker Hubert Göritzer. Auch in heimischen Gärten kann man gezielte Verbesserungsmaßnahmen setzen. Man sollte in jedem Fall auf Pestizide und Kunstdünger verzichten. Steingärten sollten durch blühende Blumen ersetzt oder mit ihnen kombiniert werden und auf englische Rasen sollte man verzichten. „Jeder Einzelne sollte versuchen, die Natur wieder neu zu entdecken und spüren, welche Kraft dahinter steht,“ meint Göritzer.

Pläne
Natürlich soll die Idee hinter dem Projekt auch weitergetragen werden. Alexandra Königsreiner und ihre Kollegin Beate Göritzer sind nicht nur Bibliothekarinnen, sondern auch leidenschaftliche Imkerfrauen. „Uns liegt dieses Thema sehr am Herzen und wir werden sicherlich nicht müde, um auch weiter auf diesem Gebiet aktiv zu sein,“ meint Königsreiner. Für die Schüler gibt es ein Trickfilmprojekt samt Hochbeet-Aktion, welches eine Fortsetzung der Idee ist. Hier gibt es ebenfalls Obst- und Gemüsepflanzen sowie Kräuter, die wichtig für die Insekten sind. Aktuell merkt man in vielen Oberkärntner Gemeinden und auch bei uns, dass immer mehr Flächen mit Blumenwiesen eingesät werden. „Ein Umdenken findet definitiv statt und wir haben gemerkt, dass den Kindern dieses Thema auch wichtig ist und sie mit viel Einsatz und Engagement dabei sind,“ erklärt die Oberkärntnerin abschließend.

©KRM