Seit 1. Juli befindet sich der steirische Schriftsteller Günter Eichberger auf Einladung von „Literatur:im:süden“ als Stipendiat in Villach. Wie sieht er die Region?

Schon eingelebt? „Sagen wir so, ich weiß, wo meine Wohnung ist, wo der Brauhof ist und wo der Hauptplatz ist“, sagt Eichberger. Seine Aufgabe ist es, einen ca. zehn Seiten langen Text über Villach zu verfassen – mit literarischen Beobachtungen zum Treiben in der Stadt: „Ich finde es positiv, dass Städte solche kulturpolitischen Akzente setzen und sich diesen Blick von außen auf Vertrautes holen.“ Bislang ist Eichbergers Gesamteindruck von Villach „sehr positiv.“ Mehr noch: „Ich mag dieses südliche Flair und bin ganz verliebt in den Faaker See. Bislang war das Wetter leider ein kleiner Wermutstropfen. Auch die berühmte Kärntner Freundlichkeit schätze ich, aber es gibt auch grantige Busfahrer, wie ich feststellen musste.“ Neben dem Faaker See war der Besuch der aktuellen Lassnig-Ausstellung in Villach bislang ein Highlight für Eichberger. Die viel diskutierten Leerstände in der Innenstadt sieht der Schriftsteller quasi als Tourist als nicht schlimm. „Das gibt es in Graz auch. Das ist nichts, was mir ins Auge sticht oder besonders auffällt.“

Lost in Villach. In Eichbergers Text fließen auch ältere Besuche in Villach mit ein. „Mitte der 1990er-Jahre wollte ich mit dem Zug nach Triest, hatte aber meinen Reisepass vergessen und wurde in Villach aus dem Zug geworfen. Ich bin in der Bar des Hotels Europa auf eine lustige Runde gestoßen, was damit endete, dass ich Steirerlieder zum Besten gab, das war ein lustiger Abend“, erinnert sich Eichberger. Was er außerdem mit Kärnten verbindet, ist die Kulinarik: „In den 1970er-Jahren habe ich am Wörthersee zum ersten Mal italienisch gegessen. Überhaupt war das Essen in Kärnten damals sehr viel besser als in der Steiermark. Und das beste Bier meines Lebens habe ich im Brauhof getrunken.“ Der fertige Text von Eichberger (und Ursula Wiegele, sie folgt im August) wird am 19. September bei „Literatur um 8“ im Dinzlschloss präsentiert. Günter Eichberger selbst hat gerade sein neues Buch „Stufen zur Vollkommenheit“ veröffentlicht.

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