Ganz Kärnten ist ein Carnica-Schutzgebiet. Jetzt plant das neue Bienenwirtschaftsgesetz mit einer Gesetzesnovellierung Pufferzonen und Freizonen für mehrere Rassen – ob das funktioniert? Der ST. VEITER mit Obmann des BZV Friesach und Bio-Imker Manfred Sackl im Gespräch!

Laut Kärntner Bienenwirtschaftsgesetz von 2007 darf es in diesem Bundesland keine andere Bienenrasse geben. Schon seit Jahren aber tobt ein Streit zwischen den Imkern und wird aktuell wieder neu entfacht, denn Kärntens Erwerbsimker züchten auch andere Bienenrassen bzw. von Menschenhand geschaffene Kreuzungsbienen aus unterschiedlichen Gründen.

Bienenwirtschaftsgesetz
2018 wurde seitens der Behörden härter durchgegriffen und Strafen verhängt, trotzdem sieht Carnica-Halter und Bio-Landwirt Manfred Sackl die derzeitige Debatte als unnotwendig an. „Ich bin Hobby-Imker, weil es mir Freude macht, mit den Bienen zu arbeiten. Mir ist es aber wichtig, dass alles immer im Einklang mit der Natur geschieht.“ Daher sieht er in der Gesetzesnovellierung keinen wirtschaftlichen Vorteil, sondern nur einen Nachteil für die Natur. Die Antwort auf die Frage „Warum?“ erklärt er so:

Geplant
Im ganzen Bezirk Wolfsberg und in vielen Gemeinden im Bezirk St. Veit soll eine sogenannte Freizone mit anschließender Pufferzone entstehen. In der Freizone wäre dann theoretisch das Halten jeder Bienenrasse und Kreuzungsbienen (Hybriden) erlaubt. In der sogenannten Pufferzone würden dann auch Kreuzungsbienen entstehen, die aber mit Carnica-Königinnen umgeweiselt werden müssten und außerhalb bliebe die Carnica-Schutzzone. „Weder Imker noch Behörden können den Bienen vorschreiben, wo sie hinfliegen. Daher ist der Einfluss von Kreuzungsbienen und anderen Bienenrassen aus der Freizone durch die Pufferzone auf das Carnica-Schutzgebiet meiner Meinung nach nicht zu vermeiden“, betont Manfred Sackl.

Carnica schützen
Für die anderen Kreuzungsbienen gibt es im Gegensatz zur Carnica-Biene keine Leistungsprüfungen, daher ist es nicht möglich, einen Vergleich zu ziehen, ob sie wirklich robuster oder ertragreicher sind. Sackl: „Die wenigen Kreuzungsbienen-Imker haben bis jetzt auch jede gemeinsam Leistungsüberprüfung abgelehnt.“ Er betont weiter: „Die Carnica Biene ist ein einheimisches von Natur erschaffenes Juwel und am weltweiten Markt sehr geschätzt und nachgefragt. Durch das genehmigen einer Freizone würde über lang oder kurz die einheimische Bienenrasse verschwinden und noch viele andere Probleme bringen.“

Zukunft?
Über den Landesverband für Bienenzucht sind jetzt alle BZV in Kärnten aufgerufen Stellungnahmen bzw. Gesetzeseinsprüche einzusenden und diese werden dann gesammelt an Landesrat Martin Gruber vor Ablauf der Begutachtungsfrist übergeben. Manfred Sackl findet klare Worte für die Gesetzesnovellierung: „Für 88,74 Prozent der Imker wäre diese Gesetzesnovellierung förmlich ein Schlag ins Gesicht, weil sie sich immer an die Gesetze gehalten haben. Für 0,88 Prozent geradezu eine Belohnung, da sie sich nie ans Gesetz hielten und der Rest verhält sich neutral!“

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