Wenn dir Trends nicht fremd sind, du über handwerkliches Geschick verfügst und in den eigenen vier Wänden gerne selber anpackst, dann ist die Lehre „Tapezierer und Dekorateur“ genau das Richtige für dich.

Kaum eine andere Berufsausbildung ist so vielfältig wie die des Tapezierers und Dekorateurs, schließlich warten auf Berufsanwärter gleich fünf unterschiedliche Schwerpunkte: Vom Polstern, dem Anfertigen von Dekorationen, der Bodenverlegung bis hin zum Tapezieren und der Montage von Sonnenschutz wird man in der Ausbildung zum Profi der Wohnraumgestaltung. Im SPITTALER informieren die Ausbilder des Traditionsbetriebes Raummoden Pichler in Möllbrücke über den facettenreichen Lehrberuf. Außerdem kommen zwei Lehrlinge zu Wort, die erklären, was ihnen an der Ausbildung besonders viel Spaß macht.

Fakten zur Ausbildung
Die Lehre zum „Tapezierer und Dekorateur“ dauert drei Jahre und erfolgt im dualen Ausbildungssystem. So werden im Lehrbetrieb berufsspezifische Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, während in der Berufsschule, die sich in Villach befindet und einmal pro Jahr am Block absolviert wird, das Erlernen von fachtheoretischem Grundwissen im Vordergrund steht. Den Abschluss der Lehre bildet die Gesellenprüfung. Dies ist auch die Voraussetzung für die Weiterbildung zum Tapezierermeister.

Anforderungen
„Wer sich als Tapezierer- und Dekorateurlehrling bewerben möchte, sollte neben handwerklichem Geschick und Kreativität auch ein gutes Raumvorstellungsvermögen mitbringen“, erklärt Senior-Chef Rudolf Pichler. Da Lehrlinge neben der Arbeit in der Werkstatt bei Kunden vor Ort tätig sind, spielt auch das Auftreten eine große Rolle, wie Chefin Marina Pichler weiß. Besonders wichtig ist dem Betrieb auch Loyalität, Ehrlichkeit, Einsatzbereitschaft und Teamgeist.

Berufsbild
In den Bereichen Polstern und Dekorieren erlernen die angehenden Tapezierer und Dekorateure das Herstellen und Restaurieren von Polstermöbeln aller Art sowie das Fertigen und Montieren von Vorhängen. „Das Arbeiten an der Nähmaschine ist Grundvoraussetzung in diesem Bereich. Daher sollten Interessierte keine Scheu vor dem Nähen haben“, so die erfahrene Fachkraft und Lehrlingsausbilderin des Betriebs Astrid Winkler. „Im Bereich Tapezieren, Wandbespannen und Sonnenschutz gilt es, Wände und Decken mit Tapeten, Wandbelägen oder verschiedenen Materialien zu verkleiden und mit Hilfe von Rollos, Markisen uvm. für den passenden Sonnenschutz zu sorgen“, erklärt Juniorchef Rudi Pichler. Der letzte Schwerpunkt ist das Bodenlegen: „Lehrlinge lernen das Verlegen bzw. Verspannen von Teppich-, Gummi-, Linoleum-, Kunststoffbelägen, Laminatböden, Korkböden und Holzböden aller Art“, informiert Juniorchef Marco Pichler. Die Lehrlinge Marion Grutschnig (3. Lehrjahr) und Bernhard Hopfgartner (2. Lehrjahr) schätzen an ihrer Ausbildung vor allem die Vielfältigkeit: „Der Lehrberuf ist so abwechslungsreich und es ist einfach super, wenn man sieht, was man aus einem Raum alles machen kann“, schwärmt Marion Grutschnig. „Kein Tag gleicht dem anderen – man muss sich immer wieder neu auf die Arbeiten einstellen“, fügt Bernhard Hopfgartner hinzu. Beide wollen übrigens auch nach ihrem Lehrabschluss dem Handwerk treu bleiben.

Weitere Infos zu Lehrberufen und Möglichkeiten gibt’s auch auf: www.lehre.ktn.gv.at

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