In gemeinsamer Arbeit der Untergailtaler Burschenschaften und des Historikers Peter Wiesflecker konnte ein Meilenstein für das untere Gailtal, das Brauchtum und die Tradition gesetzt werden.

Am 26. September 2018 war es soweit: Die UNESCO-Kommission befürwortete die Aufnahme der Untergailtaler Kirchtagsbräuche und der Untergailtaler Tracht in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Inbegriffen sind der Kirchgang, das Kufenstechen, der Lindentanz, das Liedgut, die Untergailtaler Tracht und das traditionelle Kirchtagsessen.

In der Heimat verwurzelt
Felix Abuja, Obmann der Burschenschaft Feistritz/Gail, und Peter Wiesflecker, Historiker und gebürtiger Feistritzer, kennen einander schon lange. „Wir sind nicht nur Nachbarn, sondern ich bin auch der Firmpate von Felix,“ sagt Wiesflecker. „Für mich war das Kirchtagsbrauchtum immer etwas ganz Besonderes, das mit Bedacht gelebt werden sollte,“ so der Historiker Peter Wiesflecker. „Wir haben öfters darüber geredet, einen solchen Antrag zu stellen, Peter war die treibende Kraft und mit ihm haben wir es tatsächlich geschafft,“ erzählt Felix Abuja.

Gemeinsamer Antrag
„Wir haben einen Entwurf des Antrages verfasst. Um niemanden auszuschließen, da auch andere Burschenschaften darüber diskutierten, haben wir allen Untergailtaler Burschenschaften den Vorschlag gemacht, dass ein solcher Antrag von allen Burschenschaften gemeinsam gestellt werden sollte. So unterschrieben alle Vertreter der 25 Burschenschaften – von Pöckau bis Egg,“ erklären Felix Abuja und Peter Wiesflecker. „Es war uns eine Freude, dass alle Burschenschaften zusammenkamen und dass es so schnell ging. So würdigen wir das Brauchtum einer ganzen Region.“

Prüfung
Im Feber 2017 versammelten sich die Burschen. Nach dem Treffen waren alle dafür. Felix Abuja unterschrieb den Antrag vertretend für alle, dennoch wurde ein Schreiben beigefügt, auf dem jeder Burschenschafts-Vertreter noch einmal unterschrieb, Peter Wiesflecker war der zweite Antragsteller. Für die Prüfung zur Aufnahme in das Verzeichnis waren zwei wissenschaftliche Empfehlungsschreiben notwendig. Zwei Universitätsprofessoren aus Graz, ein Volkskundler sowie ein Slawist verfassten die Schreiben. Eingereicht wurde der Antrag im Sommer 2017. „Ich war sehr optimistisch und rechnete uns gute Chancen aus. Nachdem wir alles eingereicht hatten, bekam ich die Information, dass ein zweiter Antrag aus derselben Region eingereicht worden war. Das Greißlermuseum in Thörl hatte einen Antrag zur Aufnahme der Untergailtaler Tracht eeingereicht,“ so Peter Wiesflecker. Die beiden Anträge wurden dann von der österreichischen UNESCO-Kommission zusammengefasst, die auch die Bezeichnung festlegte. Vor kurzem kam dann die Nachricht von der Aufnahme. Am 2. Oktober war es dann offiziell und das Brauchtum sowie die Tracht sind nun immaterielles Kulturerbe der gesellschaftlichen Praktiken in Kärnten.

 

 

 
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