Arnoldstein, Finkenstein und St. Jakob im Rosental sind sogenannte „KLAR“-Regionen – Klimawandel-Anpassungsmodellregionen. U.a. geht es darum, Vorteile auszunutzen.

 

Die heißen Temperaturen und der Klimawandel – in den vergangenen Wochen immer wieder ein Thema, gab es doch eine Hitzeperiode nach der anderen. Dass man dagegen vorgehen muss – ein mittlerweile unbestrittenes Thema. Einen etwas anderen Ansatz verfolgen die KLAR-Regionen. „Es geht darum, die Risiken des Klimawandels abzuwenden und die Vorteile zu nutzen“, sagt Bernhard Reinitzhuber (am Bild), regionaler KLAR-Regionen-Manager. Teil dieser kann jede Gemeinde werden, bislang sind es in der Region Villach nur die drei genannten. Zum Teil fehlen den Kommunen die Infos über die Möglichkeit eines Beitritts. „Ich habe bisher nichts von KLAR gewusst, es wäre für uns aber durchaus interessant“, sagt etwa der Bad Bleiberger Bürgermeister Christian Hecher.

Vorteile? Das KLAR-Büro befindet sich in Arnoldstein. Wie kann man den Klimawandel nun nutzen? Reinitzhuber: „Wir erwarten uns etwa eine Belebung des Sommertourismus. Im Süden wird es zu heiß werden, wir haben hier in den Karawanken mit den Bergen aber Fluchtpunkte, das gibt es im südlichen Mittelmeerraum nicht.“ Auch sei der CO2-Fußabdruck eines Urlaubsgastes in Kärnten im Vergleich sehr gering. „Weil wir zu fast 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energiequellen haben.“ Allerdings: Der Klimawandel schreitet im Alpenraum mit doppelter Geschwindigkeit voran als im Durchschnitt. Reinitzhuber: „Bei uns sind die Temperaturen bereits um 2 Grad gestiegen, global nur um 0,9 Grad. Interessant für den Tourismus: Auch die Sonnenstunden ändern sich, im Herbst gibt es weniger Nebel.“

Angepasster Wald. Ein anderes Thema der KLAR-Regionen: Auch der Wald ist vom Klimawandel betroffen. So verursache die Hitze etwa Stress bei der Fichte. „Dadurch hat sie nicht mehr so starke Eigenschutzmechanismen und schüttet durch das fehlende Wasser kein Harz aus, was dazu führt, dass die Fichte stark vom Borkenkäfer betroffen ist“, sagt Reinitzhuber. Ein Problem, ist die Fichte doch der „Brotbaum“ der Landwirte. Reinitzhuber: „Künftig wird man sich Alternativen suchen müssen. Etwa Bergahorn oder Stieleiche werden schon angepflanzt. Ein klimafitter Baum macht aber vielleicht andere Probleme, etwa muss das Holz anders verarbeitet werden, auch dazu bieten wir Beratungen an.“

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