Unsere Möbel beeinflussen, wie gesund wir wohnen. Dies betrifft einerseits die Materialauswahl, andererseits den Art und Weise der Montage. Der Lavanttaler Tischler Franz Zarfl gibt Tipps zum Thema. 

In der Luft enthaltene Schadstoffe können sich schädlich auf unsere Gesundheit auswirken. Viele von ihnen haben direkt oder indirekt mit den Möbeln in unseren Wohnräumen zu tun. Ein Beispiel sind Ansammlungen von Hausstaub, in dem das Umweltbundesamt bereits 2004 nahezu alle Umweltgifte nachgewiesen hat. Tenside aus Wasch- und Putzmitteln, Schwermetalle, Weichmacher und Zigarettenrauch werden im Hausstaub gebunden. Besonders für sich in Bodennähe aufhaltende und spielende Kinder stellt er ein nicht zu unterschätzende Gefahr da. Klar, putzen hilft. Doch Staub sammelt sich genau in jenen Ecken und Ritzen an, die mit Staubsauger und Lappen nur schwer oder gar nicht zugänglich sind. „Wo immer Möbel eingebaut werden, sollte man unbedingt darauf achten, auf Füße zu verzichten und sie so einzubauen, dass regelmäßiges Putzen leicht möglich ist“, weiß Tischlermeister Franz Zarfl. Achtzugeben ist auch bei der Positionierung der Möbel. Ein an die Außenwand „geklatschtes“ Möbelstück kann verheerende Auswirkungen haben – Stichwort Schimmelbildung. Da hilft dann auch regelmäßiges Lüften nicht mehr.

Formaldehyd
Nicht zuletzt sind es auch die Möbel selbst, die für schadstoffhaltige Raumluft verantwortlich sein können. In Spanplatten wird meist Harnstoff-Formaldehydharz-Leim verwendet, um die kleinen Holzpartikel zu binden. Dieses Gas kann eine Reizung der Schleimhäute, Husten, Allergien, Unwohlsein, Atembeschwerden und Kopfschmerzen bewirken und wird von der WHO als krebserregend eingestuft. Wer Möbel beim heimischen Tischler kauft, kann von diesem genauestens über die Eigenschaften der verwendeten Materialien und damit auch über den Formaldehydgehalt aufgeklärt werden. Die Höhe der Schadstoffabgabe wird mithilfe einer Skala von E0 (formaldehydfrei) bis E2/E3 (keinesfalls verwenden) angegeben. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu Massivholzplatten. „Diese sind zwar kostenintensiver, werden aber formaldehydfrei verleimt. Außerdem sind sie wesentlich langlebiger, unempfindlicher und ökologisch nachhaltiger als Spanplatten“, sagt Franz Zarfl.

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Tischlermeister Franz Zarfl aus Frantschach-St. Gertraud beschäftigt sich mit dem Thema gesundes Wohnen

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