Oberkärnten ist, anders als man vermuten würde, in Sachen Breitband- bzw. Glasfaserausbau sehr aktiv unterwegs, allerdings gibt es auch Ausnahmen.

Es gibt zumindest in einigen Gemeinden allerdings noch immer Aufholbedarf.

Aktiv
Der Oberkärntner Raum und insbesondere der Bezirk Spittal sind in Sachen Breitbandausbau sehr aktiv unterwegs. Es gibt drei große Gemeindezusammenschlüsse, um etwas in Sachen Breitbandinternet weiterzubringen: die Region Lieser-Maltatal mit fünf Gemeinden, die Region Mölltal mit 13 Gemeinden und die Region Oberes Drautal mit sieben Gemeinden. Auch andere Orte wie Spittal und Seeboden sind auf Eigeninitiative sehr aktiv in Sachen Glasfaserausbau unterwegs. Allerdings gibt es auch Regionen, wo der Ausbau noch stockt. „Es gibt Gemeinden, die leider in Sachen Breitband- bzw. Glasfaserausbau noch sehr benachteiligt sind, dass soll sich aber in Zukunft auch ändern,“ berichtet Peter Schark von der Breitbandinitiative Kärnten.

Kooperationen zahlen sich aus
Kooperationen wie jene in den Oberkärntner Gemeinden zahlen sich auf jeden Fall aus, denn die Kosten für den Glasfaserausbau sind hoch. Die Kosten sind dabei zu 75 Prozent Tiefbaukosten, deshalb ist es natürlich sinnvoll, bei anderen Baumaßnahmen wie Radnetzausbau oder Kanalbau die Glasfaserkabel gleich mit zu verlegen. „In Kärnten gibt es eine Mehrphasenstrategie, die 95 Prozent aller Gemeinden abdeckt, gerade befinden wir uns in Phase 2, dabei soll es zu einer Deklaration von Ausbaugebieten kommen,“ erklärt Peter Schark.

Bedarf wichtig
Besonders wichtig ist der Bedarf an Glasfaserausbau, die Bevölkerung muss Glasfaser auch wollen, doch gerade daran scheitert es oftmals. Meist wollen nur 10-15 Prozent auch tatsächlich einen Breitbandanschluss. Dabei wird Glasfaserinternet in Kärntne nicht sehr viel kosten, wie Peter Schark weiß: „ Der Glasfaseranschluss in Kärnten wird unter 40 Euro Brutto kosten.“

Betreiber schwer zu finden
Es ist sehr schwer, Betreiber für ein Glasfasernetz zu finden, wenn es zu wenig Nutzer gibt. Deshalb muss, um einen Ausbau zu gewährleisten, die Vorbuchungsrate zwischen 20 und 60 Prozent liegen, das richtet sich nach den Ausbaukosten. Es gibt also immer eine wirtschaftliche Betrachtung.

Pionierstandort Feichtendorf
5G klingt in den Ohren von technikbegeisterten Personen wie Musik, dabei handelt es sich um das schnellste Mobilfunknetz. In Kärnten wird dieses Netz nun in zwei Pioniergemeinden installiert, in Villach und im kleinen Ort Feichtendorf in der Gemeinde Lendorf mit gerade einmal 58 Einwohnern. Peter Schark stellt allerdings eines klar: „5G ist eine Mobilfunktechnologie, sie ersetzt Glasfasertechnik nicht, sie benötigt sie vielmehr, um überhaupt zu funktionieren.“

Die Bevölkerung
In der Bevölkerung gibt es aber natürlich auch Skepsis gegenüber den neuen Technologien, diese sollten aber nicht unnötig geschürt werden. „Ein schnelles Internet ist für den ländlichen Raum lebensnotwendig, denn nur dadurch bleiben wir für Betriebsansiedelungen und als Wohnort attraktiv und können der Abwanderung entgegenwirken,“ erklärt Marika Lagger-Pöllinger, die Bürgermeisterin von Lendorf. Über den 5G Testbetrieb wurde die Bürgermeisterin lediglich telefonisch informiert. Der betreffende Sender wurde bereits 2016 auf Privatgrund errichtet, als Baubehörde hatte die Gemeinde dabei keinerlei Einspruchsmöglichkeit. „Vom erwarteten Nutzen für die ländliche Region kann derzeit keine Rede sein, da ein Testbetrieb praktisch unmöglich ist. Innerhalb der Reichweite des Senders in Feichtendorf von max. 300 m befindet sich außer der Asfinag und der Abt. 9 des Landes Kärnten kein einziges Objekt,“ erklärt die Bürgermeisterin.

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