Klagenfurt bekommt zweite Begegnungszone in Uni-Nähe. Engstellen an Süduferstraße werden ab Herbst entschärft.

Bei einem Pressegespräch zum Masterplan „Radfahren Klagenfurt“ im Februar dieses Jahres waren sich Vertreter von Stadt und Land einig: Die Universität Klagenfurt – insbesondere die Universitätsstraße – muss noch fahrradfreundlicher werden. Aktuell ist die gesamte Universitätsstraße zwar auf beiden Seiten mit einem Fahrradstreifen versehen. Zugleich ist die gesamte Universitätsstraße sowie deren Nebenstraßen von Studenten und deren Autos zugeparkt.
Am 3. Juni, dem europäischen Tag des Fahrrads, präsentierten LR Martin Gruber und LR Sebastian Schuschnig (beide VP) das landesweite Gesamtkonzept zum Thema Radfahren unter dem Titel „Kärnten am Rad“. Auf Nachfrage des KLAGENFURTER, wie es um den Fahrradverkehr in der Landeshauptstadt stehe, sickerte ein überraschendes Detail heraus: Die Universitätsstraße wird zur Begegnungszone. Ein Landesbeamter sprach von einer „Kernzone“ – mehr wollte er zu diesem Projekt, das von der Stadt Klagenfurt und dem Land Kärnten umgesetzt wird, nicht verraten. „Die Kreuzung Universitätsstraße/Nautilusweg wird eine Begegnungszone“, bestätigt uns Verkehrsreferent Christian Scheider auf unsere Nachfrage, der im gleichem Atemzug „zumindest von einem Kreisverkehr“ an dieser Stelle sprach. „Die Begegnungszone ist antragsreif. Läufer, Familien und Studenten sind hier vermehrt anzutreffen. Es bietet sich somit an“, so Scheider.

Bürger können sich beteiligen
Einigkeit und Umsetzungswillen signalisierten Schuschnig und Gruber jedenfalls bei der Präsentation zu „Kärnten am Rad“. „Dieser Masterplan darf kein Papier für die Schublade werden“, so Schuschnig. „Wir werden dafür Millionen in die Hand nehmen“, führt Gruber aus. Die Landesräte wollen den konkreten Handlungsrahmen für das Jahr 2020 festlegen. Experten aus den Bereichen Tourismus, der Straßenbauabteilung des Landes Kärnten sowie Gemeinden sollen sich daran beteiligen. Zudem können sich Bürger beim Ideenwettbewerb zu „Kärnten am Rad“ selbst einbringen. Mitte Juni startet der Ideenwettbewerb. Interessierte können sich unter radfahren@ktn.gv.at informieren. Die Ergebnisse aus dem Bürgerbeteiligungsprozess und der Expertenkommmission werden im Herbst vorgestellt.

Erste Lückenschlüsse
Beide Landesräte sprachen bei der Pressekonferenz immer wieder von „Lückenschlüssen“. Doch welche blinde Flecken meinen sie damit? So wird ein besonderer Fokus auf den Radweg entlang der Süduferstraße gelegt. Hier gibt es einiges an Aufholbedarf. Für bauliche Maßnahmen für Radfahrer für die Süduferstraße sollen 500.000 Euro in die Hand genommen werden. Im Herbst dieses Jahres ist geplant, dass die Engstelle beim Strandbad Maiernigg entschärft wird. Bei einem Lokalaugenschein wird klar: Hier endet der Radweg von Klagenfurt kommend abrupt. Danach benutzen Radfahrer einen etwa halben Meter breiten Gehweg, der entlang einer Leitplanke führt, um nicht die Straße benutzen zu müssen. Eine weitere Engstelle befindet sich nach dem Tunnel in Sekirn. Hier soll im Frühjahr 2020 ein Radweg gebaut werden. Bei einem Lokalaugenschein wird deutlich: Radfahrer, die von Velden Richtung Klagenfurt fahren, kommen hier mit hoher Geschwindigkeit an ein Nadelöhr. Hier müssen sich Fußgänger und Radfahrer einen rund halben Meter breiten Streifen teilen. Zweifellos eine Gefahrenstelle, während Autofahrer gefahrlos einen eigens für sie gebauten Tunnel passieren.

Im Süden viel Neues
Im Süden von Klagenfurt wird es eine Aufbesserung für Radfahrer im Zuge der Sanierung der St. Ruprechter Straße geben. Der erste Bauabschnitt ist bereits auf Höhe des Friedhofs in Gange. In weiterer Folge werden die Müllcontainer versetzt, um Platz für einen Radweg für zwei Richtungen zu schaffen. Zwischen BILLA und Kneippgasse wird ebenfalls ein Rad- sowie Gehweg errichtet. Mit der Gesamtfertigstellung ist im vierten Quartal 2019 zu rechnen.

Am Foto oben: Finn ist leidenschaftlicher Radfahrer und freut sich darauf, dass in der Universitätsstraße eine Begegnungszone geplant ist

So viel Verkehr ist gerade an der Stelle – Universitätsstraße/Nautilusweg – , wo die neue Begegnungszone entstehen soll

Mit hoher Geschwindigkeit kommen Radfahrer an ein enges Nadelöhr vor dem Tunnel in Sekirn 

Beim Strandbad Maiernigg an der Süduferstraße weichen Radler auf einen schmalen Gehweg aus 

Die Landesräte Martin Gruber (l.) und Sebastian Schuschnig wollen im Zuge der Initiative „Kärnten am Rad“ mehrere Millionen in die Hand nehmen, um den Fahrradverkehr zu stärken 

Alle Fotos: © KRM