“Die Brothandwerker“ ist ein Verein von Bäckereien in Kärnten und Osttirol, welcher sich gegen den Hunger engagiert. Hannes Kandolf gehört ebenfalls zu diesem Bündnis und erklärt, wie es dazu kam

Vor zweieinhalb Jahren wurde der Verein gegründet, der garantieren soll, dass in den jeweiligen Bäckereien ausschließlich mit natürlichen Rohstoffen Gebäck produziert wird. Das Bündnis umfasst zehn Bäckereien aus Kärnten und Osttirol. Aktuell engagieren sich „Die Brothandwerker“ gegen den Hunger im ostafrikanischen Land Uganda und möchten eine weitere Bäckerei mit Geräten und Fachpersonal als Lehrer zur Verfügung stellen, um die Eigenversorgung der Menschen vor Ort zu sichern. Der Hermagorer Bäcker und Inhaber der Bäckerei Kandolf sieht die Verantwortung besonders in Europa: „Wir müssen dabei helfen, dass die Menschen nicht verhungern müssen!“

Bis jetzt
Die Caritas Kärnten hat gemeinsam mit Partnern im kleinen Ort Kotido im Norden Ugandas bereits einen Ofen errichtet und heuer im Jänner eröffnet. Das Brot, das bisher in der Gegend ein unbekanntes Lebensmittel dargestellte, gibt es für die umliegende Bevölkerung von Kotido, für die Schulen, Familien und Pfarren jetzt frisch. „Es verbessert deren Ernährungssituation, schafft Arbeitsplätze wie Ausbildung und bedeutet für die Menschen nicht weniger als Hoffnung, Zukunft und Leben“, sagt Caritasdirektor Josef Marketz. In Uganda sind die Klimakrise und die damit einhergehenden Dürreperioden die Hauptursachen für die ständige Nahrungsmittelknappheit.

Helfen
Hannes Kandolf fällt es leicht zu erklären, wieso er sich an diesem Projekt beteiligt. „Wir führen ein gutes Leben und sind in einem der reichsten Länder der Welt zuhause. Wenn man beobachtet, wie in einem solchen Land mit den Ressourcen umgegangen wird und wie viel Lebensmittel täglich weggeworfen werden, kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Ich sehe uns alle, jeden der die Möglichkeit hat, in der Pflicht zu helfen. Es darf einfach nicht sein, dass irgendwo Menschen verhungern müssen und wir alles einfach wegwerfen. Dafür fehlt mir jedes Verständnis.“ Außerdem findet er besonders die Hilfe zur Selbsthilfe sinnvoll: „Wenn man diesen Menschen einen Ofen und die Möglichkeiten zur Verfügung stellt, selbst Lebensmittel herzustellen, ist schon viel getan. Brot ist ideal gegen den Hunger, leicht herzustellen und nahrhaft.“ Kritikern hat er ebenfalls etwas zu sagen: „Ich kenne die Vorurteile wie „vom Geld kommt sowieso nichts an“ zur Genüge. Doch genau deswegen stellen wir die Ressourcen zur Verfügung. Wir kaufen Maschinen und Waren ein und bringen diese genau dorthin, wo sie hingehören. Das bedeutet, dass jeder Euro seinem Verwendungszweck zugeführt wird.“

Mission
Die Bäcker haben das Wissen um alte Rezepte bewahrt, setzen auf die Traditionen ihrer Großväter und geben beides von Generation zu Generation weiter. Alte Getreidesorten wie Emmer, Einkorn sowie Dinkel finden wieder Aufnahme in den Backstuben. Als Gemeinschaft treten sie bei Messen und Veranstaltungen auf. „Als Gruppe können wir etwas bewegen“, ist Obmann Wienerroither überzeugt. Die „Brothandwerker“ setzen auf Regionalität und Nachhaltigkeit. „Unser Brot wird vor Ort produziert. Für uns ist Region wirklich noch Region“, so Wienerroither.

 

 

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