Im Gründungsjahr 1981 waren noch rund 80 Frauen aus Afritz am See dabei. Mittlerweile mangelt es der Bänderhutgruppe stark an jungem Nachwuchs, der die alte Tracht präsentiert.

Traditionen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen – das ist das Ziel der Bänderhutgruppe Afritz. Künftig könnte es aber schwierig werden, dieses Ziel zu halten. „Von rund 80 Frauen im Gründungsjahr sind wir inzwischen auf etwa 20 Mitglieder geschrumpft“, sagt Obfrau Veronika Klammer. Gegründet wurde die Gruppe vor 38 Jahren. „Die Idee ist anlässlich der Einweihungsfeier der evangelischen Kirche entstanden. Einige engagierte Frauen im Ort haben sich entschlossen, den Verein zu gründen“, erinnert sich Klammer, die von Anfang an dabei war. Das Ziel der Gruppe ist es, die Gegendtaler Tracht bei Veranstaltungen im Ort zu präsentieren.

Die Tracht. Der Ärmeleinsatz der weißen Bluse ist etwas weiter unten angesetzt, der dunkle Unterstock ist gestreift, das Tuch wird passend zum Unterstock gewählt. Im Vordergrund stehen aber die Hüte. „Mein Hut ist von meiner Großmutter und mehr als 100 Jahre alt“, sagt Klammer und zeigt stolz ihr Erbstück. Im Prinzip wird die Tracht in der Familie von Frau zu Frau weitergegeben. Klammer: „Aber der Nachwuchs fehlt. Wir in der Gruppe sind im Durchschnitt 75 bis 80 Jahre alt.“ Die Bänder der Hüte sind immer Schwarz und werden von den Frauen selbst aufgenäht. „Wenn die Bänder gemustert sind, war dies ein Zeichen, dass die Bäuerin etwas reicher war“, erklärt Klammer. Früher war die Tracht nur in schwarz, später wurde sie etwas erneuert. So ist auch Klammers Tracht ein blauer Unterstock mit schwarzen Streifen. Ihre Tracht bedeutet Klammer viel: „Man sollte die Tradition erhalten. Aber die Gefahr ist groß, dass nach uns niemand nachkommt. Vielleicht ruht es dann aber auch nur für eine Weile und wird durch einen Anlass, wie es auch bei uns war, wieder belebt.“ Die Bänderhutgruppe trifft sich im Winter einmal im Monat. Zweimal im Jahr gibt es Ausflüge. „Wir sind hauptsächlich in Kärnten unterwegs und verbinden das immer mit einem guten Essen“, so Klammer, die nochmal betont: „Wir brauchen Nachwuchs! Gerne bei mir oder im Gemeindeamt melden, wir freuen uns!“

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