Breiter Schulterschluss in der Villacher Stadtpolitik für ein Aus des Kirchtagsfeuerwerkes. Pyrotechniker kann Argumentation nicht nachvollziehen.

Der nächste Villacher Gemeinderat findet am 4. Juli statt. Einige Anträge sickerten vorab bereits durch. Unter anderem soll in einem gemeinsamen Antrag von SPÖ und FPÖ das „Aus“ für das Villacher Kirchtagsfeuerwerk besiegelt werden.

SPÖ, FPÖ und ÖVP dafür
Bürgermeister Günther Albel: „Die Zeiten ändern sich, die Einstellung zur Umwelt ebenso. Wir in Villach reden nicht nur davon, grün zu leben, wir setzen auch Maßnahmen. Wir müssen als Stadt Vorbild sein. Daher hören wir mit Feuerwerken auf, verbannen Plastik aus der Eventgastronomie, und forcieren das Radfahren.“ FPÖ-Umweltstadtrat Erwin Baumann: „Es kann nicht sein, dass junge Menschen auf der einen Seite für mehr Umweltschutz demonstrieren, die Stadt Villach jedoch weiterhin ein Kirchtagsfeuerwerk ausrichtet. Auch geht es um Lärmbelästigung für Tier- und Mensch.“ Positive Signale für die Abschaffung des Kirchtagsfeuerwerkes gibt es ebenso von Tourismus-Stadträtin Katharina Spanring (ÖVP): „Das Kirchtagsfeuerwerk hat für mich mit Brauchtum nichts zu tun. Ich glaube auch nicht, dass die Gäste am Villacher Kirchtag extra wegen dem Feuerwerk in die Stadt kommen, sondern wegen dem Kirchtag an sich. Die Nachhaltigkeit sollte sich wie ein roter Faden durch Villach ziehen.“ Der Villacher Kirchtagsverein wird die Entscheidung der Politik zur Kenntnis nehmen. „Der Entscheid im Gemeinderat ist für uns selbstverständlich bindend“, so Kirchtags-Geschäftsführer Joe Presslinger. 

„Kein Verständnis“
Kein Verständnis für das Aus des Kirchtagsfeuerwerkes kann Pyrotechniker Christian Czech aufbringen. Czechs Firma „Pyrovision“ hatte das Feuerwerk die letzten Jahre über betreut. Auf das Thema „Feinstaub und Feuerwerk“ angesprochen sagt er: „Das Feuerwerk am Villacher Kirchtag generiert so gut wie keinen Feinstaub. Die Stadtregierung soll ehrlich sein und sagen: ‚Wir wollen uns das Feuerwerk nicht mehr leisten.'“ Seine Kosten für das Villacher Kirchtagsfeuerwerk beziffert Czech „auf 8.000 Euro plus Steuern“. Diese Summe wird vom Kirchtagsverein bestätigt. Hinzu würden allerdings noch Kosten für Feuerwehr, Security und Absperrungen kommen.

Keine Lasershow
Eine Lasershow als Feuerwerksersatz ist beim Villacher Kirchtag aktuell nicht angedacht. Lasershows kosten ein Vielfaches von Feuerwerken. In Graz betrugen die Kosten für das Silvesterfeuerwerk bis zu dessen Einstellung im Jahr 2014 laut Christian Czech rund 12.000 Euro. Die jetzige Licht- und Wassershow würde auf kolportierte 150.000 Euro kommen.

Feuerwerk am Villacher Kirchtag
Das Feuerwerk am Villacher Kirchtag gibt es seit den 1960er Jahren. Es wurde an der Drauberme abgeschossen. In den letzten Jahren fand das Feuerwerk immer am Samstag um Mitternacht statt. Das Feuerwerk zur späten Stunde rief nicht nur Feinstaubkritiker auf den Plan, sondern sorgte bei vielen Anrainern aufgrund der Lärmbelästigung für Unmut. Hier hätte es laut Christian Czech die Möglichkeit gegeben, ein „geräuscharmes Feuerwerk zu zünden“. Das hätte funktioniert, indem man den „Zerlegknall in der Luft minimiert. In Salzburg machen wir das bei Feuerwerken so“, erläutert der Pyrotechniker, der sich enttäuscht über das nahende Ende „einer tollen Zusammenarbeit“ zeigt.

Foto: Pyrovision/KK