VSV-Cheftrainer Jyrki Aho ist bereits in Villach. Der DRAUSTÄDTER traf ihn zum Sommer-Interview.

Herr Aho, willkommen in Villach. Wie gefällt es Ihnen hier?

Jyrki Aho: Hier ist es wirklich schön. Ich als Finne kenne die Berge nicht. Auch die Gebäude hier sind total anders. Wir haben zwar auch viele Seen in Finnland, hier ist die Wasserqualität jedoch klarer.

Leben Sie am Faaker See, wie viele andere Spieler?

Jyrki Aho: Nein, ich werde in der Innenstadt wohnen. Ich brauche rund einen Kilometer zur Halle. Die Nähe zur Arena, das war mir wichtig.

Sie kommen ja aus Finnland und damit aus einer anderen Eishockeywelt. Gestern gab’s das erste Training. Ihre Eindrücke?

Jyrki Aho: Natürlich sieht man Unterschiede, das ist klar. In Finnland will einfach jeder Eishockeyspieler sein. In erster Linie muss bei jedem Spieler die Passion da sein. Man hat das bei den Weltmeisterschaften in diesem Jahr gesehen. Finnland hatte bei Weitem nicht das beste Team, Weltmeister wurden wir trotzdem. Das Training gestern basierte auf freiwilliger Basis. Von der Kampfmannschaft waren Brunner, Schlacher, Bacher und Maxa dabei. Der Rest waren junge Spieler. Auch das Training am Donnerstag wird freiwillig sein. Die jungen Spieler sind willkommen.

Welches Spielsystem schwebt Ihnen in Villach vor?

Jyrki Aho: Ich habe ein ganz klares System im Kopf, keine Frage. Was man sich aber fragen muss: Inwiefern schafft man es als Trainer, dieses System zur Gänze umzusetzen. Da muss man teils etwas flexibel sein, auf die verschiedenen Spielertypen eingehen können. In Finnland haben wir auch nicht immer zu hundert Prozent so gespielt, wie ich mir das vorgestellt habe. Wichtig ist, dass wir einen Weg finden zu gewinnen. Wenn wir von der großen Idee sprechen, dann reden wir in erster Linie nicht über Eishockey, sondern – wie schon gesagt – über die Leidenschaft, die ein jeder Spieler mitbringt. Die muss passen. Die Spieler müssen gerne hart arbeiten. Im Endeffekt geht es nicht darum, was ich will. Es wird vielmehr darum gehen, was wir wollen. Als Team. Wie das Spiel dann mit Puckbesitz aussehen wird, wie der Forecheck aussehen wird, all diese Dinge werden sich noch zeigen.

Einige Positionen im Team sind noch offen. Der Co-Trainer-Posten zum Beispiel. Auch zwei Verteidiger werden noch gesucht…

Jyrki Aho: Mit dem Co-Trainer ist alles unter Dach und Fach. Er wird am Sonntag nach Villach kommen. Den Namen kann ich leider noch nicht verraten. Natürlich hoffen wir auch, dass wir die zwei Spieler zeitnah präsentieren können.

Sie haben die Spieler in Absprache mit Gerhard Unterluggauer ausgesucht…

Jyrki Aho: Ja, das war ein sehr aufwendiger Prozess. Vor einem Monat hatten wir noch hundert Spieler auf der Liste. Da wurde dann Schritt für Schritt aussortiert. Aber natürlich ist es so, dass es im Eishockey auch um Geld geht. Ich kenne einige Spieler in Finnland, bei denen es im Vorhinein schon klar war, dass sie leider nicht nach Villach kommen können. Da spielt Geld eine wichtige Rolle. Im Rahmen unseres Budgets haben wir aber ein sehr gutes Team zusammengestellt.

Dennoch kommen mit Marko Pöyhönen und Miika Lachti auch zwei Finnen zum VSV. Können Sie ein wenig über die beiden sagen?

Jyrki Aho: Sie sind sehr erfahren, absolute Teamplayer und sie werden sich um die jungen Spieler kümmern. Das erwarte ich mir und ich weiß auch, dass sie diesen Erwartungen gerecht werden.

Mit Danila Karaban kommt auch ein Weißrusse. Normalerweise kommen Finnen und Russen ja nicht so gut miteinander klar…

Jyrki Aho: Ja, das sagt man zumindest so. Darauf lege ich aber keinen Wert. Danila Karaban hat einen sehr guten Charakter, er wird sich hier gut einfügen können.

Sie waren ein Jahr Nachwuchstrainer in Mannheim, sprechen relativ gut deutsch. Wie geht es Ihnen mit der Sprache?

Jyrki Aho: Ich hatte Deutsch auch in der Schule. Jetzt habe ich mir die Schulbücher von damals mit nach Villach genommen. Es geht jeden Tag besser.

Sie sind sehr, sehr fit. Was macht Jyrki Aho in seiner Freizeit?

Jyrki Aho: Ich jogge sehr viel und spiele viel Tennis.

Kein Golf?

Jyrki Aho: Golf spiele ich dann, wenn ich mich nicht mehr bewegen kann. Nein, im Ernst: Für mich ist die Umstellung von Tennis auf Golf ein ziemlicher Horror. Beim Tennis kannst du den Ball antizipieren, beim Golf liegt er einfach nur so da. Ich schaue da automatisch gerade aus, wie beim Tennis eben. Das ist nicht sonderlich förderlich.

Gab es eigentlich schon einmal die Situation, dass Sie als Trainer fitter waren als Ihre Spieler?

Jyrki Aho (lacht): Ja, das ist tatsächlich schon vorgekommen. Ich hoffe, dass es heuer nicht so sein wird. Moment: Ich hoffe es doch. Nein Scherz.

Der Villacher Kirchtag naht, schon eine Lederhose besorgt?

Jyrki Aho: NEEEIN, habe ich nicht. Ich glaub ich bleibe da lieber daheim (lacht). Ich habe gehört, dass das ein irrsinnig großes Fest sein wird. Ob mit oder ohne Lederhose, das wird sich aber noch zeigen.

Foto: KRM