Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Abteilung für Neurologie und Psychiatrie des Kindes- und Jugendalters findet in Villach am 2. Oktober ein interessanter Vortrag statt.

„Grundsätzlich geht es bei dieser kärntenweiten Vortragsreihe darum, die Abteilung vorzustellen. Wir möchten das Wissen aus diesem Bereich etwas verbreitern und sprechen vor allem Professionisten aus dem pädagogischen Bereich, aber auch Laien, Eltern oder Jugendliche an, die Themen werden verständlich erklärt“, sagt Prim. Dr. Wolfgang Wladika. Er referiert am 2. Oktober im Rathaus Villach (Paracelsussaal, 18 Uhr) zum Thema „Störung des Sozialverhaltens“. Denn: Diese sind nach sogenannten Gemütserkrankungen die zweithäufigsten psychischen Probleme. Dies zeigt sich etwa dann, wenn Jugendliche hochgradige Probleme mit Autoritäten haben. „Wenn sie etwa übermäßig verbal oder körperlich aggressiv sind. Dieses auffällige Ausmaß tritt manchmal sogar schon bei Kindergarten-Kindern auf und nimmt mit zunehmendem Alter in der Häufigkeit zu“, sagt Wladika.

Phase oder Störung? Am schwierigsten sei dies natürlich bei Jugendlichen. „Hier gilt es herauszufinden, ob die Heranwachsenden einem Störungsbild unterliegen oder es eine Phase ist, in welcher der Jugendliche „nur“ aufbegehrt? Das kann Leistungsverweigerung sein, sich an keine Regeln halten, Schulschwänzen und mehr.“ Diese „hochauffälligen Jugendgruppen“ schrecken auch vor Gewalt anderen gegenüber nicht zurück. Wladika: „Das geht hin bis zu strafrechtlich zu verfolgendem Verhalten. Hier muss man genauer hinsehen und frühzeitig Interventionen setzen. Insgesamt nimmt die Störung des Sozialverhaltens in den westlichen Industriestaaten leicht zu. Insbesondere auch, was die Schwere betrifft.“

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