Drei Wochen lang suchte der Wolfsberger Harald Thomaser in Westaustralien nach Gold. Fernab der Zivilisation trotzte er auf sich allein gestellt der glühenden Hitze des Outbacks.

Mit langsamen Schwenkbewegungen tastet Harald den austrockneten Wüstenboden mithilfe eines Metallsuchgeräts ab. Die Temperaturen steigen auf über 30 Grad und die allgegenwärtigen Fliegen machen dem Goldsucher das Leben schwer – ohne Insektennetz am Kopf wäre die Suche hier nicht möglich. Plötzlich – der so genannte „Tensor“ gibt Pfeiftöne von sich, ist also auf Metall unter der Erde gestoßen. Mit einer Spitzhacke bricht Harald die Erdkruste auf und arbeitet sich einen halben Meter nach unten vor. Eine harte Arbeit mit wenig Lohn – ein rostiger Nagel hat den Alarm ausgelöst. Alltag für einen Goldsucher. „Gold hat mich immer fasziniert“, erklärt Harald. „Anfangs als Wertanlage, später begann ich auch, mich für seine Herkunft zu interessieren.“

Alles kann passieren
Bereits vor drei Jahren flog Harald auf der Suche nach dem Edelmetall erstmals nach Australien. Hier steht Goldsuchern ein Gebiet zur Verfügung, das ungefähr die Hälfte der Fläche von Europa umfasst. Doch der Trip verlief nicht wie gewünscht: „Es ist nicht so, wie man es auf D-Max sieht. Ich war schlecht vorbereitet.“ Dennoch gab es Erfolgserlebnisse: „Ich fand zehn Gramm Gold im Wert von etwa 500 Euro.“ Haralds zweiter Trip war besser organisiert. Im Rahmen eines dreitägigen Kurses erfuhr der Abenteurer alles Wissenswerte über das richtige Verhalten und die Gefahren in der australischen Wildnis. „Hier kann alles passieren. Es gibt Schlangen, Skorpione und giftige Spinnen. Man hält sich bis zu 150 km von der nächsten Ortschaft entfernt auf. Für den absoluten Ernstfall trägt man einen Notfallpieper, über den eine Rettungskette ausgelöst wird.“ Drei Wochen lang fuhr Harald mit seinem Toyota Allrad in die Wüste. Geschlafen wird in einem Zeltaufbau am Dach des Autos. Trotz aller Mühen blieb die Ausbeute klein. Zwei Nuggets mit einem Gesamtgewicht von 0,5 Gramm und einem Wert von etwa 20 Euro konnte Harald dem Wüstenboden entlocken.

Raus aus der Komfortzone
Die geringe Ausbeute ist für Harald kein Rückschlag: „Es geht nicht nur um das Finden von Gold, sondern darum, die eigene Komfortzone zu verlassen und ein echtes Abenteuer zu erleben.“ Schon jetzt plant der Wolfsberger seine nächsten Trips. Schon bald will er in der Türkei oder in Schweden auf Goldsuche gehen, auch eine Reise nach Alaska ist angedacht.

Das Herzstück der Ausrüstung ist ein „Tensor“, der Metallgegenstände unter der Erde aufspürt

Der Toyota ist Fortbewegungsmittel und Schlafstätte in einem

Das Insektennetz am Kopf ist essentieller Bestandteil der Goldsucherausrüstung

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