Der Villacher Wolfgang Klammer liebt das Reisen mit dem Drahtesel. Im April ist er bis nach Beziers (Frankreich) gestrampelt, im September geht es weiter nach Santiago de Compostela.

„Ich bin dann mal weg“ – wenn sich Wolfgang Klammer sein Rad für eine Tour schnappt, ist er nicht etwa nur ein paar Stunden unterwegs, sondern gleich viele Tage. Ende April ist er ab Villach bis Beziers (ca. 250 Kilometer südwestlich von Marseille) gestrampelt. Unterwegs war er für diese rund 1500 Kilometer lange Strecke rund zwei Wochen. „Als die genaue Route feststand, habe ich in weiser Voraussicht bei ungefähr 100 errechneten Kilometern Unterkünfte gebucht. Ich kenne mich: Wenn ich kein konkretes Tagesziel gehabt hätte, wäre ich dort geblieben, wo es mir gefallen hätte“, sagt Klammer. Eigentlich sei er überhaupt kein Leistungssportler, fahre gelegentlich drei- bis viertägige Touren mit Freunden: „Dieses Projekt hat mich aber schon lange „gejuckt“. Und da ich mit der Chorleiterei aufhörte, dachte ich mir, jetzt geh ich‘s an.“ An Gepäck kann bei Radreisen nur das Notwendigste mit. „Mit dabei waren etwa eine Flies- und Goretexjacke, eine Regenpelerine, Schihandschuhe, Radtrikot-Zweitgarnituren, Ersatzschläuche, Werkzeug und eine Waschtasche – alles zusammen wog nicht mehr als zehn Kilo.“

Tipps. Während der Tour fit gehalten hat sich Klammer etwa durch ein ausgiebiges Frühstück. „Tagsüber gab es nahezu nur Obst, manchmal ein paar Croissants. Abends habe ich nur selten was zu mir genommen, einfach weil ich zu müde war.“ Tipps für lange Radtouren hat Klammer einige: „Ich rate zu Reifen, die innen etwas mit Gummi verstärkt sind, sodass z.B. ein Reißnagel nicht bis zum Schlauch durchdringt. Bei der Auswahl der Unterkünfte sollte man sich mehr Zeit nehmen, als ich es getan habe. Ich hatte katastrophales Wetter, sodass ich zehn Tage nur in der Regenpelerine steckte und es in den diversen Unterkünften keine Möglichkeit zum Trocknen gab.“ Ein Grund für die extreme Radtour war Klammers Wunsch abzunehmen. „Zu Hause bin ich viel zu bequem und inkonsequent. Außerdem: Das Singen und das Leiten eines Chors waren mein Leben. Damit ist nun Schluss, für mich beginnt ein neuer Zeitabschnitt und ich hatte während der Tour viel Zeit, alles Revue passieren zu lassen…“ Im Herbst ist Klammer erneut unterwegs. Dann will er den zweiten Teil der Tour nach Santiago de Compostela bewältigen.

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