Im Jahr 2007 verließ Janya Sattlegger ihre Heimat Surin und zog nach Baldramsdorf. Seither schlagen zwei Herzen in ihrer Brust. Eines pocht für Thailand und das andere für ihr neues Zuhause in Oberkärnten.

Gemeinsam mit ihren beiden Geschwistern wuchs die 38-Jährige wohlbehütet in der Provinz Surin, im Nordosten von Thailand, rund eine Autofahrt vom Grenzübergang Kambodscha entfernt, auf. Surin war auch der Ort, an dem die Lehrerin für Chemie im Jahr 2005 ihr Herz an ihren heutigen Ehemann Rudi Sattlegger, der dort seinen Urlaub verbrachte, verlor.

Vor den Traualtar
Nur ein Jahr nach ihrem Kennenlernen gaben sich die beiden unter dem Himmel Thailands das Ja-Wort. „Ja, das ging alles sehr schnell, aber wir wussten, dass wir zusammen gehören“, so Janya. Voller Vorfreude zog die Thailänderin schließlich im Mai 2007 zu ihrem Mann nach Spittal/Drau.

Startschwierigkeiten
Mittlerweile hat sich Janya Sattlegger in Baldramsdorf gut eingelebt. Das war zu Beginn aber nicht so leicht, wie sie verrät: „Am Anfang war es schwer für mich, da ich nur ein bisschen Englisch konnte. Zwar besuchte ich in Thailand auch noch einen Deutschkurs, aber der Kärntner-Dialekt machte es nicht unbedingt leichter, mich hier zurechtzufinden. Aber nicht nur die Sprache bereitete mir Probleme, sondern auch die österreichische Kultur, die sich von der thailändischen sehr unterscheidet“, so die Lehrerin, die beim Reidnwirt in Baldramsdorf mit thailändischen Köstlichkeiten aufwartet. Besonders in gesellschaftlichen und kulinarischen Aspekten gäbe es Kontraste: „Österreicher sind sehr organisiert. Wenn man jemanden besuchen möchte, wird zuerst angerufen und ein „Termin“ vereinbart. In Thailand steht man einfach vor der Tür“, lacht Janya
und gibt ein weiteres Beispiel: „In meiner Heimat gibt es zum Frühstück viele verschiedene Gänge. In Österreich fällt das Frühstück viel kleiner aus! Außerdem wird bei uns zu jeder Mahlzeit und jeder Tageszeit Reis gegessen“, so die leidenschaftliche Köchin. Heimweh. Auf die Frage, was sie denn am meisten vermisst, antwortet sie Folgendes: „Meine Familie! Leider gelingt es mir nicht mehr oft, meine Liebsten in Thailand zu besuchen. Mit meiner Arbeit und den Kindern ist das schwierig geworden. Einmal in zwei Jahren ist einfach zu wenig“, resümiert die Mutter zweier kleiner Kinder. Daher ist die Freude, wenn sich ihre Eltern und ihr Bruder ankündigen, umso größer.

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