Künstler Karl Vejnik wurde als Teilnehmer für die Internationale Malerei-Biennale in Hamburg ausgewählt. Umwelt und Moral in künstlerischer Betrachtung – er möchte mit seinen Werken zum Nachdenken anregen.

„Es ist keine Selbstverständlichkeit für einen Künstler, bei einer internationalen Biennale vertreten zu sein“, weiß Karl Vejnik. „Es geht nicht bloß um ,irgendwelche Bilder‘, die eingereicht werden, es muss auch eine ausführliche Projektbeschreibung mit einer Philosophie dahinterstehen. Es ist zweifelsohne eine Herausforderung für jeden Künstler, sich dem Thema zu stellen, anzunähern, sich damit auseinanderzusetzen und sich im bildlichen Ausdruck zu äußern. Erst wenn das Gesamtpaket stimmt, hat man eine Chance, nominiert zu werden.“

Umweltschutz
Der Ebriacher Künstler wurde als Teilnehmer der siebenten Malerei-Biennale in Hamburg ausgewählt. Die Vernissage findet am 2. August, 14 Uhr, in der Galerie „Kam“ statt, die Ausstellung ist bis 28. September zu sehen. Das Thema: „Umwelt im Ökologiediskurs: Artenvielfalt“. Karl Vejnik: „Dazu habe ich in meiner Projektbeschreibung meine kritische Stimme erhoben. Mich interessieren nicht die Marionetten, sondern die Drahtzieher – die Regisseure im Hintergrund. Das Werk erscheint im ersten Augenblick völlig unscheinbar. Aber es verbirgt sich darin die existentielle Dramaturgie – ,das Ding an sich‘.“ Der Titel seines ausgewählten Werkes: „Aus des Mundes Leh/ere“.

Chance, nicht Last
Die Projektbeschreibung hat Vejnik mit einem Zitat von Mahatma Gandhi eingeleitet: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ Der Künstler weiter: „Umweltschutz ist eine Chance und keine Last, die wir tragen müssen. Es muss uns ein Bestreben – ja eine Pflicht – sein, unseren Kindern und Kindeskindern nicht nur den nötigen Lebensraum zu bieten, sondern auch eine intakte Umwelt, die das Leben lebenswert macht, zu hinterlassen.“

Nachdenken
Karl Vejnik beschäftigt sich intensiv mit Zitaten. „Meine Arbeiten kreisen stets um dasselbe Thema, das Thema der Moral und ihrer Vorstellungen. So sehr sich meine Technik verändert, das zentrale Thema ,Moral‘, wird stets ein fester Bestandteil meines Schaffens sein“, so der Künstler. „Ob ich selbst was verändern kann, ist immer eine Frage der Perspektive. Es ist schlicht und einfach ein Kritikversuch am System, ein Versuch, sich zu äußern und andere zum Nachdenken zu bewegen, ein Versuch also, sich dem Zitat des Descartes anzunähern: ,Ich denke, also bin ich.‘“

Künstler Karl Vejnik in seinem Atelier in Bad Eisenkappel. Das Thema „Moral“ ist zentral in seinen Werken, es bleibt, auch wenn sich die Technik verändert
© Vejnik (2)